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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-02-01 · Heft 2 (1.2.1887) · p. Seite 39

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 2 (1.2.1887)
Date
1887-02-01
Page
Seite 39 (sequence 15)
Language
German
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—» 39 — seinem Blatte stets mit Uebereifer gegen die Juden aufgetreten. — Der von •; dem Antisemitenbunde in Berlin seinem Vorsitzenden, dem früheren Stadwer- - ordneten Herrn Bickenbach, geschenkte Becher, „der heilige Gral" genannt, ist durch eine Trödlerin bei einer gerichtlichen Versteigerung für 50 Mk. erstanden worden. — Durch viele Blätter geht die Nachricht, daß im Zusammenhänge mit /■; den Arbeiten der plehweschnl Koinmission demnächst zwischen Rußland und Deutschland eine Vereinbarung getroffen werden soll, nach welcher russischen Unterthanen, sofern sie nicht polnischer und jüdischer Nationalität sind, der Aufenthalt in Deutschland wie früher, also wie vor Beginn der Ausweisungen, gestattet werden soll. — In der Loge „Zum treuen Herzen" in Ztrahburg sprach Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz Friedrich Wilhelm zur Zeit der Mannöver in einer Ansprache an die Brüder unter anderem die schönen beherzigenswerte Worte: „Zwei Grundsätze bezeichnen vor allem unser Streben: Gewissensfreiheit uud Duldung. An ihnen lassen Sie uns festhalten mit unserer ganzen Kraft. Daß dieselben bei uns immer vollkommener werden, dazu lassen Sie uns allezeit mithelfen. Nicht nur loben wollen wir diese Tugenden, sondern sie auch fleißig üben." — Am 18. November v. I. hielt Herr Hofprediger Stöcker in Witten einen Vortrag über die Judenfrage. Die Folge davon war, daß daselbst am 21. November eine zahlreich besuchte Versammlung tagte, die eine Resolution Argen die antisemitische Bewegung faßte. — Im „Katholischen Männerverein" in Frankfurt a. M. hielt am 1. December v. I. Herr Kaplan Abt einen Vortrag „Ueber den Talmud". — In Bochum hielt am 17. November v. I. im dortigen Verein für jüdische Litteratur Herr Prediger Laubheim einen Vortrag über „die Entstehung der Parteien im Judentume". — Ein auswärtiges hervorragendes Mitglied der „Achawa" schreibt uns : In Frankfurt a. M. hielt am 27. Decbr. v. Js. die Verwaltung der Achawa (Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer und deren Wittwen und Waisen in Deutschland) ihre statutarische Jahressitzung ab. Es dürfte in Frankfurt a M, wo der Sitz der Verwaltung ist und der Verein viele Gönner und Ehrenmitglieder zählt, allgemein interessieren, das Resultat der Abrechnung zu erfahren. Aber auch in den weitesten auswärtigen Kreisen möchte Notiz davon genommen werden; seitens der Lehrer, um sie zum Beitritt zu veranlassen, seitens der Gemeinden, deren Interessen von denen der Lehrer vielfach berührt werden, um dem Vereine neue Ehrenmitglieder, Spenden und Legate zuzuführen. Der Verein veröffentlicht in anderen Zeitschriften Monatsberichte und Bekanntmachungen; es dürste in dem Wunsche der Frankfurter und auswärtigen Interessenten liegen, dazn auch diese hier und auswärts viel gelesenen Monatsblätter benutzt zu sehen. Wir müssen gestehen, es gibt keinen Verein, welcher wohlthätiger für unsere Lehrer wirkt, als die Achawa. Schon im eigenen Interesse sollten die Gemeinden ihre Lehrer contractlich zum Beitritte verpflichten und die Lehrer sollten die Gemeindeglieder zum Beitritte als Ehrenmitglieder veranlassen, und zu Spenden und Legaten anregen. Auch sollte keine Gemeinde unterlassen einen Jahresbeitrag in ihr Budget aufzunehmen. In dieser Weise würden die gegenseitigen Interessen gepflegt werden. Statt dessen liegen Beispiele vor, daß die Vorstände ihre trefflichen Lehrer, die bei ihnen im Dienste ergraut sind, aus dem Dienste stoßen und mit ihren Familien auf die Straße setzen, da die alten Lehrer bei keiner Gemeinde mehr Aufnahme finden und die bisherige Gemeinde sich der Sorge für den alten Lehrer und dessen Familie frühzeitig entledigt hat. Oder statt dem alten Lehrer Alterszulage zu geben, drückt man seinen Jahresgehalt

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