Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1887)
- Date
- 1887-02-01
- Page
- Seite 38 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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38 dientes Vorstandsmitglied Herr Nathan seit dessen Gründung ist, ließ das Jubelpaar, durch eine Deputation aufs herzlichste begrüßen und beglückwünschen. — In Berlin starb am 17. December der verdiente jüdische Buchhändler Dr. A. Baer. — Frau Mathilde Trepper, die Schwester des Herrn Justizministers Dr. Iriedberg starb am 12. December und wurde am 15. auf dem jüdischen Friedhofe in Colberg beerdigt. — Herr Generalconsul Behrendt halber Stadt Berlin 300000M. und der Synagogengemeinde daselbst 150000 M. letztwillig hinterlassen. — In Stargard wurde am 16. December Herr Gerson Abel, ein Krieger aus den Freiheitskämpfen zur letzten Ruhe geleitet. Derselbe erreichte ein Alter von 96 Jahren. — Sr. Majestät der König von Württemberg hat dem Badischen Finanzminister v. Ellstiitter das Großkreuz des Friedrichsordens verliehen. — Am 12. December begieng die heilige Bruderschaft in Dessau ihr 200 jährige- Stiftungsfest. — Am l. Januar feierte Herr Dr. Kosenstei» in Granden; sein fünfundzwanzigjähriges Rabbinerjubiläum. — Am 30. November haben in Kattowih die Eheleute Marcus und Johanna Spiegel das Fest der Diamant-Hochzeit begangen. — Der katholische Pfarrer Krapp in Leimersheim hielt an der Bahre des verstorbenen dortigen israelitischen Lehrers Wolf eine Grabrede. — Aus Konnenweier wird uns geschrieben: Bor Kurzem starb in dem benachbarten Mittenweier der christliche Hauptlehrer daselbst. An seinem Grabe sprach der befreundete israelitische Hauptlehrer Leopold Meyer von hier in Gegenwart der Geistlichen und Lehrer des Bezirks iu schmerzbewegten und tiefempfundenen Worten. Ja, wir stehen nicht an, diese formgewandte Rede ihrem Inhalte nach als einen wahren Liääusolr haschem zu bezeichnen. Es dürfte vielleicht Ihre Leser die Mitteilung interessieren, daß der begabte Redner bereits 49 Jahre ununterbrochen in derselben Gemeinde segensreich als Lehrer und Prediger wirkt. Möchte derselbe in ungeschwächter Gesundheit sein goldenes Amtsjubiläum feiern und ihm die Anerkennung nicht fehlen, welche er in reichem Maße verdient hat. — In Preußen leben nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. December 1884, 366543 jüdische Seelen. Schulpflichtig waren 64308 jüdische Kinder.— Die öffentlichen Unterrichtsanstalten in Breslau wurden im vergangenen Jahre von 4161 evangelischen, i486 jüdischen und 838 katholischen Schülern besucht. — Die jüdische Gemeinde in Berlln hat während der drei Jahre 1883—85 2,793,011.99 Mk. eingenommen und 2,514,479.93 Mk. ausgegeben. — Die jüdische Gemeinde Bojanowo in der Provinz Posen erhebt von den Gemeindemitgliedern keinerlei Steuer- Die Gemeindeausgaben werden durch die Zinsen des Vermächtnisses des Rittergutsbesitzers Abraham Kohr gedeckt, der der Gemeinde 90000 Mk hinterlassen hat- — Von Kassel schreibt man uns: Am 23. Novbr. v. I wurde ein Betrugsprozeß beendet, in den Hennies verwickelt war, der Herausgeber des antisemitischen Blattes „Geldmonopol". Dieser Antisemit und Judenfresser, der Wucher und jüdisches Kapital fortwährend auf's schärfste angegriffen und mit großer sittlicher Entrüstung auf die Ausbeutung durch das jüdische Kapital und die hohen Zinsen hingewiesen, auch stets gefordert hatte, daß der Staat es dem Bauer ermöglichte, für eine Hypothek nur 3°/o zu zahlen, — der ließ sich selbst 20°/o versprechen. — Der Berliner Antisemitenbund richtete zu Weihnachten ein Flugblatt an die „deutschen Frauen und deutschen Männer", das in den Satz auslief „Kauft nicht bei Juden". — Herr Alfred Baron v. Kegner in Würchurg, Redakteur des „Fränkischen Volksblattes" wurde von der Regierung angewiesen, wegen Aufreizung gegen bestehende Staatseinrichtungen Bayern binnen 48 Stunden zu verlassen. Der Herr Baron ist in