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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-02-01 · Heft 2 (1.2.1887) · p. Seite 35

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 2 (1.2.1887)
Date
1887-02-01
Page
Seite 35 (sequence 11)
Language
German
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35 Die Dame täuschte sich demnach in ihrer angeblich neuen Ueberzeugung und folgte der blinden und blind machenden Liebe aus Mangel an Klarheit über den jüdischen Gottesbegriff. An dieser Klarheit fehlt es vielfach selbst unserm sonst gebildeten Zeitalter aus Mangel an genügendem und aufklärendem Religionsunterricht wie an ergänzender Fortbildung durch Predigt und Lektüre. Diese religiöse Unwissenheit und Unklarheit ist ein offenes und geheimes Gift, welches alle Religiösität im Geiste und Herzen unsrer Generation tötet, welches im günstigen Falle religiöse Gleichgültigkeit, oft aber auch religiösen Abfall erzeugt, den man nachher selbst, sicherlich aber andere beklagen. Erhaltet die Jugend der Religion, erhaltet aber auch die Religion der Jugend! Rettet das Judentum durch bessern Religionsunterricht und bessere Religionspflege in Hans, Schule und Synagoge! Alzey. Dr. Rothschild. Zur Hefchichle des jüdischen Grzießungswesens in Zeulschtand. Unter diesem Titel eröffnen wir eine Reihe zwangloser historischer Mitteilungen und bibliographischer Notizen, um das Unternehmen des Herrn vr. M. Güdemann zu fördern, der es unternonunen hat, für Kehrbach's Monumenta Germaniae Paedagogieabie Geschichte des jüdischen Erziehungswesens in Deutschland zu bearbeiten. Die hierüber vorhandenen Notizen sind so vielfach zerstreut und in so selten anzutreffenden Büchern zu finden, daß wir auf diesem Wege an unserem Teile am besten dieselben an die richtige Stelle gelangen lassen. I. „Über die Bildung der Mädchen mosaischer Religion. Ein kleiner Beitrag zur Pädagogik von G. R. Freund." (Breslau, gedruckt mit Kreuzer-Scholzschen Schriften? 1813.) In dieser fünfzehn Seiten umfassenden Schrift spricht sich der Verfasser über die Notwendigkeit einer verbesserten Erziehung der Mädchen aus. Er knüpft an an M. H. Bock's Sätze: „Edel und erhaben ist die Bestimmung des weiblichen Geschlechtes. Mit Recht nennen wir es das schöne; doch verdient es diese Benennung in einem höheren Sinne als in welchem es gewöhnlich genommen wird. Nicht die Schönheit der Gesichtsbildung, nicht die Grazie des Aeußeren und des natürlichen gefälligen Anstandes, erwirbt ihm den Namen des schönen Geschlechtes, sondern die mannigfaltigen Vorzüge, die aus inneren Vollkommenheiten, ans angeborner Herzensgüte, Milde, Sanftheit, aus dem regen Sinne für alles Edle und Schöne aus natürlichen Geistesgaben, entspringen, diese sind es, welche dem weiblichen Geschlechts den Namen des schönen Geschlechtes erwerben." M. H. Bock war Leiter einer Anstalt für gebildete Töchter in Berlin, die nach seinem Tode auch fortgeführt wurde. Die in dieser Anstalt abgehaltenen Prüflingen fielen zur Zufriedenheit des gebildeten Publikums aus. M. H. Bock hat verschiedene Lehr- und Lesebücher veröffentlicht, über die lvir ein andermal berichten werden. Nach der Ansicht des Herrn G. R. Freund ist die Sokratik die geeignetste Methode beim Unterricht der Mädchen. Als den wichtigsten Unterricht für Mädchen bezeichnet er den in der Religion. Derselbe sei jedoch, was charakteristisch ist, weder positiv noch dogmatisch und athme nur

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