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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-02-01 · Heft 2 (1.2.1887) · p. Seite 31

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 2 (1.2.1887)
Date
1887-02-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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- . '.; 1 '," ■■’*<>! — 31 — der mir zur Verfügung steht, eine Aufftellung der bei jener Leichenbestattung gemachten Kosten, wie andere interessante Notizen. Uns interessieren hier nur die auf die Beteiligung der Juden bezüglichen Angaben mehr als die nach peinlicher spanischer Etikette in's Kleinlichste gehende Belohnung der bei dem Leichendienste mitwirkenden Personen. Karl II. von Navarra, dem einige den Beinamen „des Bösen" andere den „des Richters" geben, starb Ende des Jahres 1386 in seiner Residenz Pamplona und zwar, wie die Mehrheit der Schriftsteller behauptet in Folge von Brandwunden. Der an dem Aussatze in Folge seiner Ausschweifungen, erkrankte König, war von Ärzten in mit Branntwein getränkte Tücher gehüllt worden, welche durch Annäheruug an das Licht Flammen griffen. Inmitten schrecklicher Qualen starb der König. Der Nachfolger Karl III. ließ sofort die Leichenbestattung besorgen.. Dem Juden Samuel war die Secierung und Einbalsamierung der Leiche übertragen, und der Verfasser macht hierzu folgende Bemerkungen: „Jener so gefürchtete Monarch, ganz Strenge und Schrecken, der seit seiner Thronbesteigung sich den Beinamen „des Bösen" verdiente, liegt nun als ein lebloser und formloser Körper auf einem Tische seines Palastes, wo seine Hofleute seine schrecklichen Triumphe feierten, seine Räte seine weisen Regierungsmaßregeln, seine Vertrauten seine guten Werke, und seine Schauspieler und Narren seine königliche Laune — übergeben dem Messer Samuels, des Juden, welcher ihn zu einem Kanäle eröffnet, um sein Herz herauszunehmen, bestimmt der St. Maria von Ujne und seine Eingeweide der St. Maria von Roncesvalles, um in ihn die Ingredienzen einzuführen, die für die Einbalsamierung gekauft wurdeu." Nach der Secierung legte Samuel die bestimmten Teile in die beiden zinnernen Särge. Verschiedene Frauen und Juden werden darauf beschäftigt, die Waffenröcke der bei dem Leichenzuge thätigen Reitknechte zu nähen und mit goldenem Schmucke das königliche Wappen zu versehen- Da es an schwarzem Tuche für den Trauergottesdienst in der Santa Maria de Pamplona fehlte, wurden verschiedene Juden mit dem Schwarzfärben von Vorhängen betraut, wie aus der nachstehenden Notiz hervorgeht: „An Simuel, Juden und vier Jüdinnen, um einige Vorhänge schwarz zu färben, für den Jnfanten, gegenwärtigen König, um sie in die Kirche zu legen, für den Trauergottesdienst 40 Sueldos." Zugegen war bei dem Begräbnis „Leonel von Navarra" Bastard des verstorbenen Königs, damals 8—9 Jahre alt. Karl III. ließ diesen Prinzen erziehen. Der Rabbiner von Tudela war es, der ihn den Roman Lanzelot (während des Mitteialters in der vornehmen Welt gelesener Ritterroman aus dem Cyklus „König Arthur und seine Tafelrunde") lesen lehrte und für das Einbinden des Buches „um lesen zu lernen" nach diesem Kataloge eine gewisse Summe erhielt. Wir sehen, wie es dem Anschein nach geringe Thatsachen sind, die hier nntgeteilt werden, die aber mit Unrecht vernachlässigt werden, da sie es eben sind, welche Leben, Geschmack und Farbe den zusammenhängenden Berichten und Bruchstücken geben, die wir „Geschichte" nennen. Wir sehen aus diesen wenigen Thatsachen, daß während überall die durch den „schwarzen Tod" hervorgerufenen Gräuelscenen herrschen, und gegen die Juden von allen Seiten mit fanatischer Grausamkeit gewütet wird, Frankreich sich anschickt, die Juden zu verbannen, Spanien gegen sie die Inquisition vorfindet, wie

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