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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-01-01 · Heft 1 (1.1.1887) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 1 (1.1.1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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- 23 - Weserale. Leo Hebraeus, ein jüdischer Philosoph der ftcnaiflfanrt; sein Leben, seine Werke und seine Lehren von vr. B. Zimmels, Breslau, Verlag von Wilhelm Koebner. 1886. Der Verfasser liefert uns in vorliegendem Buche eine ausführliche mit litterarischen Nachweisen reich versehene fleißige Arbeit über den jüdischen Philosophen aus der Renaissance, über den in neuerer Zeit besonders Prof. Delitzsch, Munk, Geiger und Grätz Studien angestellt haben. Leo Hebraeus, berühmt durch seinen „Dialoghi di amore“ hieß eigentlich Don Juda ben Isaak Abarbanel und es ist merkwürdig, wie ein Mann, der den Kelch der Leiden bis zur Neige geleert, so über Liebe schreiben konnte, daß im 16. Jahrhunderte seine Dialoge über dieselbe in einem Zeitraum von 70 Jahren in 19 Auflagen erschienen. Er gehörte zu den letzten Ausläufern des Neuplatonismus der florentinischen Akademie, welche in ihrer die Gemüter mächtig ergreifenden philosophischen Religion die mystische Liebe die zur Vereinigung der von den Fesseln des Irdischen befreiten Seele mit Gott führt, in den Mittelpunkt setzte. Leo Hebräus, der letzte Ausläufer der spanisch-jüdischen Kultur, war mit der hebräischen Sprache und Litteratur wohl vertraut und kannte die griechische Philosophie im Reflexe der jüdisch-arabischen Schule. Leo wurde in Lissabon in den sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts geboren, wo seine Eltern in Glanz und Reichtum lebten. 1491 kam er nach Italien, lebte in Neapel und in Genua, woselbst er als Arzt wirkte und wurde auch da vom Mißgeschick verfolgt. Von Genua ging er nach Venedig. Er klagt das Schicksal an, das ihn mit seinen Geschossen verfolgte und mit scharfenl Pfeil sein Herz getroffen, sein Inneres durchbohrt und in der Blüte der Jahre ihn aus der Heimat gedrängt hat. Leo starb zwischen 1520—1535. „Die Menschen", sagt er im zweiten Dialoge, „fügen ihren Mitmenschen mehr Uebel, Schaden und Todschlag zu, als alles wilde Getier und die anderen feindlichen Elemente im Universum." Er erkannte aber auch darin das Walten einer höheren Macht an. Herr vr. Zimmels hat das Leben, die Lehren und Schriften Leo's tüchtig bearbeitet und uns ein schönes Gesammtbild dessen entworfen. Iür's deutsche Haus, Blüthenlesc ans der Bibel und den mustergültigen griechischen und römischen Schriftstellern als der Grundlage unserer Volks- und gelehrten Bildung von Daniel Sanders. Berlin Verlag von R. Rosenbaum. Unter diesem Titel liegt uus ein äußerst lehrreiches und sehr bildendes Buch vor von dem weithin bekannten, gründlichen deutschen Lexikographen, Professor Or. Daniel Sanders, Verfasser des großen deutschen Wörterbuches und anderer gediegenen Schriften. Dasselbe enthält eine fürs deutsche Haus berechnete Sammlung von Geschichten, Charakteristiken, Lehren und Sprüchen aus der Bibel, den klassischen Schriften der Griechen und Römer in geordneter systematischer Aufeinanderfolge in deutscher Sprache und reiht sich würdig den besten und zeitgemäßesten litterarischen Produktionen an, welche die Bildung und Förderung des Sittlichen bei Jung und Alt zum Ziele haben. Uns interessiert in dieser Schrift meist nur der Teil, der sich mit der Bibel beschäftigt. Die Auslese erstreckt sich hier erst auf das Geschichtliche, dem das Didaktische nachfolgt. Das

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