Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 wurde, in freundschaftlichen Verhältnis zu und in brieflichem Verkehr mit einander. (Siehe Kraushar, Historya Zyd6w w. Polsce II. p. 318.) — Herr Jaloman Menasci in Livorno, hat eine italienische Uebersetzung von Heinrich Heines Liedern veröffentlicht. — Es ist uns zugegangen: Aus antiker Weltanschauung, die Entwicklung des jüdischen und griechischen Volkes zum Monotheismus nach den neuesten Forschungen dargestellt von vr. Johannes Jrih. (Hagen i. W. Druck und Verlag von Hermann Risel & Comp. 1886. Preis 7 Mk.) Der Verfasser, sehr vertraut mit den neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Bibelkritik, hat es unternommen den Gang der Entwicklung des monotheistischen Gedankens innerhalb des jüdischen Volkes auch für Laien klar darzulegen, von dem ganz richtigen Gesichtspunkte ausgehend, daß diese Erkenntnis in unserer Zeit ganz besonders noth thue, weil in der antik-jüdischen Anschauung noch jetzt trotz unseres modernen Erfassens alles Lebens die Wurzeln unseres religiösen Denkens und Empfindens stecken. Dabei hat Herr Di\ Fritz auch die griechische Gedankenwelt vor unserem Auge lichtvoll entrollt und gezeigt, wie Morgenland und Abendland, wenn auch auf verschiedenen Wegen, zu denselben Zielen gelangt sind. Wer sich über diese beiden Grundlagen unserer Kultur und Gesittung belehren will, wird in dem 433 Seiten starken, oft recht anziehend geschriebenen Buche, eine reiche Quelle der Belehrung und Anregung für weitere Studien finden. Recht schön ist die Zusammenstellung der Sätze Senecas in dem Kapitel „Die Botschaft des Stoizismus", mit Paralellstellen aus dem neuen Testamente belegt, die mit solchen aus dem Talmud noch vielfach vermehrt werden können. - Es ist uns ferner zugegangen: Aus Süd und Ost. Reisefri'chte aus drei Weltteilen von Max Strack. Erste und zweite Sammlung herausgegeben von Professor vr. Hermann L. Strack. (Karlsruhe und Leipzig. Verlag von H. Reuther. 1886. Preis 5 Mark.) Diese Reisefrüchte, der geistige Ertrag dreier großer Reisen, von denen der schaffensfreudige Pädagoge und Gelehrte Max Strack bereits früher etliche in Zeitschriften erscheinen ließ, liegen hier vor uns. lieber alle diese Darstellungen ist eine bezaubernde Frische gebreitet, die aus dem Bestreben des Reisenden, die Leser das Selbsterlebte nachempfinden und mitgenießeu zu lassen, hervorquillt. Der Verfasser und Reisende wurde bei Sichtung des Materials, das in Buchform in die Welt hinaustreten sollte, vom Tode ereilt und sein gelehrter Sohn, Herr Prof. Strack, hat, nachdem es ihm selbst vergönnt war das gelobte Land zu sehen, ein Werk der Pietät gethan, indem er das teure Vermächtnis des Vaters der Leserwelt nicht vorenthielt, wodurch viele in den heiligen Schriften erwähnte Stätten dem Leser zur klaren Anschauung kommen. Man wird durch diese Schrift über das Wichtigste in den bereisten Ländern orientiert und Herr Prof. Strack, dem es vergönnt war, in Syrien und Palästina nochmals die Wege des Vaters zu gehen, hat auf inzwischen eingetretene Veränderungen berichtigend hingewiesen. Durch das beigegebene Verzeichnis der einschlägigen Litteratur wird der Wert der Reisefrüchte noch erhöht durch die man klassischen Boden der Geschichte, näher kennen zu lernen Gelegenheit findet. — Die „Frannsurter Zeitung" kommt in ihren: Feuilleton vom 3. Dezember auf Grund von Mitteilungen im „Jewish World" und in der „Times" in einem Artikel „Zur Rothschild'schen Familiengeschichte" auch auf Boas Raphael Rothschild, den Verfasser des Werkes „ Ani belef jom “ zu sprechen, und begeht dabei den argen Fehler, diesen Büchertitel statt mit „Schiff im Herzen des Meeres,, mit „Ich im Herzen des Meeres" zu übersetzen. Weniger verzeihlich ist es, daß sogar die sonst sehr kritische hebräische Zeitschrift „Hazephirah" (Nr. 181) in Warschau denselben Fehler begeht und das Personalpronomen mit dem bekannten gleichlautenten Substantiv verwechselt.