Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Geschichtliche ist aus dem Pentateuch, den Büchern Josua, Richter und Samuel entnommen, das Didaktische dagegen den Psalmen, dem ersten Buche der Könige, den Sprüchen Salomos, dem Hohenliede, dem Hiobbuche und den Propheten. Die Sprache und die Darstellungsform in beiden Teilen ist kernig, anziehend und belebend. Der Verfasser giebt in denselben nicht blos seine eigenen Uebertragungen und Bearbeitungen, sondern auch die der bedeutendsten Bibelforscher; so z. B. viele von Herder, Mendelssohn, Philippsohn, M. Sachs, Jolowicz u. a. m. Ueber den Zweck dieser vortrefflichen Arbeit zitieren wir des Verfassers eigene Worte in der Vorrede: „Die Bibel als die Grundlage der Volksbildung —, wie Wenige kennen sie doch gründlich, d. h anders als aus einer dunkeln Erinnerung von ihrer Schulzeit her! — Wie Wenige ahnen daher auch nur, welch' reiche Schätze für die Bildung des Geistes, des Gemütes und des Geschmackes hier aufgespeichert liegen und für die allgemeine deutsche Bildung nutzbar gemacht werden können! Das war mein leitender Gedanke bei der vorliegenden Sammlung." Ebenso richtig hören wir ihn daselbst über die getroffene Auswahl sprechen: „Und außerdem hoffe ich, werden prüfende Kenner das Zeugnis mir nicht versagen, daß ich redlich bestrebt war, nicht nur überall schöne, glänzende und duftige Blumen auszuwählen, sondern auch, sie zu einem in sich geschlossenen Kranze zusammen zu winden." So wollen wir hier für den Bibelkenner Einiges von seinen Uebertragungen Vorbringen. S. 3 hat Lemechs Lied aus 1 Mos. 4 20—25, Der Verfasser setzt hier nach der älteren Auslegung einen wirklich stattgehabten Mord voraus und übersetzt demgemäß richtig: „Ada, Zilla! lauscht meinem Mund „Frauen Lemechs, hört, was ich thu' kund! „Einen Mann schlug ich für meiue Wund, „Einen Knaben für meine Strieme zu Grund! „Ward dem Kain Rache „Siebenfache „Dem Lemech ward sie sieben und siebzigfach!" Neuere Exegeten halten dieses Lied für ein Zukunftslied, eine Verherrlichung der durch die Erfindung der Waffen durch Tubalkain dem Menschen geschaffenen Macht zur Rächung von zugefügten Unbilden und Mordthaten. Freilich passt hierzu nicht der Ausdruck „Ki" „denn" am Anfänge des Satzes. S. 8, übersetzt der Verfasser gegen Mendelssohn die Worte in 1. Mose 25, 7. sehr richtig: „Gott hat mich vor euch hergesandt, daß er euch übrig behalte auf Erden und euer Leben errette durch eine große Errettung", nur wünschten wir, statt „auf Erden" das dem „baarez“ mehr entsprechender „im Lande". Es sind dies geringe Bemerkungen, die wenig ins Gewicht fallen. Das Buch verdient die weiteste Verbreitung und wird dem Leser eine willkommene Gabe sein. vr- H. Inhalt: Die Lehre Israels ein Licht. — Ein Christ über die ursprüngliche Gleichheit und , allmähliche Trennung des Judentums und Christentums. — Ein Grab auf dem jüdischen Friedhöfe in Frankfurt a. M. — Ein evangelischer Pfarrer über Moses Mendelssohn. — Anna Constanze von Cosel. Eine jüdische Proselytin. — Monatsschau. — Mitteilungen. — Referate. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Or. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.