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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-01-01 · Heft 1 (1.1.1887) · p. Seite 16

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 1 (1.1.1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Wonatsfchau. Am 16. Noveniber starb Herr Bezirksrabbiner E. Arcyfuß in Zulchurg im Alter von 82 Jahren. — Am 26. Dezember begeht Herr Rabbiner vr. Foewenmeyer in Frankfurt a. d. O. sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Rabbiner. — Am 24. September wurde in Thorn ein neues Schul- und Gemeindehaus eingeweiht. — In Bielefeld hat Herr Marcus Jordan am 30. Oktober das einhundert und siebente Lebensjahr vollendet. — Am 10. November wurde die neuerbaute Synagoge in Memel durch Herrn Rabbiner vr. Mlf eingeweiht. — Man schreibt uns: In Karlsruhe ist am 4. November unter dem Namen „Israelitisches Landesstift" ein Internat für die israel. Zöglinge der dortigen Lehrerseminare ins Leben getreten, worin die jungen Leute Wohnung und Verköstigung erhalten und unter der Aufsicht eines Direktors, wozu der dortige Religionslehrer Dr. Treitel ernannt wurde, ihre Arbeiten fertigen. Die betreffenden Räumlichkeiten, welche auch die Wohnung des Direktors umfassen, wurden gemietet und ihrem Zwecke entsprechend eingerichtet. Die Mittel hiezu stammen aus 600 Mk. freiwilliger Gaben zweier badischer Israeliten in England und aus einer Kollekte in den israelitischen Gemeinden des Landes, wozu die Israeliten Karlsruh's 5000 und die Mannheims 3000 Mk. gespendet haben. — Herr vr. Gabriel wurde zum Professor der Chemie an der Universität in Berlin ernannt. — Das Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde in Berlin, Herr Inliu« Ä. Meyer> hat anläßlich seines siebzigsten Geburtstages 45000 Mk. für jüdische wolthätige Institute gespendet. — In Berlin wurde auf dem Friedhofe der jüdischen Gemeiude zum ersten Male die Asche einer in Gotha verbrannten Leiche, unter geistlicher Assistenz, beigesetzt. — Der dreizehnjährige Schulknabe Alfred Bchlejinger in Breslau, der zu seiner Verteidigung wegen Mißhandlung eines elfjährigen Knaben, vorbrachte, daß er von demselben „Judenjunge" geschimpft und dadurch gereizt wurde, erhielt, nachdem der Vorsitzende Herr Landgerichtsdirektor Freitag ihm erwiederte, „daß man dich Judenjunge genannt hat, kannst du doch nicht schimpfen nennen, denn du bist doch Jude und ein Junge bist du auch" und nachdem der Staatsanwalt hierauf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten beantragte, vom Strafkammerkolleginm nur eine Geldstrafe. — In Preußen erteilen in höheren Töchterschulen, bei 42 726 Schülerinnen, 909 Lehrer Unterricht. Es sind darunter 5874 jüdische Schülerinnen, aber nur 5 jüdische Lehrer. Auf 3362 katholische Schülerinnen, kommen schon 51 katholische Lehrer. — Herr Dr. I. Caro, Rabbiner in Pilsen, schreibt in einem Artikel „Unser Gottesdienst" in der „Israelitischen Wochenschrift": „Bei keiner andern Konfession findet man durchschnittlich so wenig Teilnahme und Andacht, ja so wenig Anstand beim Gottesdienste, als wie bei uns — warum lebt in der Synagoge allein noch zumeist das alte Ghetto fort? An die Beantwortung dieser Frage sollten einmal die Vorstände der jüdischen Gemeinden ernstlich herantreten. — Die Stiftung für gebrechliche und verwahrloste Kinder zu IranKfurt a. M., hat im verflossenen Geschäftsjahre 3899 Mk. 88 Pf. eingenommen und 1269 Mk. 3 Pf. verausgabt. — „lieber die in IranKfurt a. M. gegründete „Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums," spotten sogar die polnischen Juden, denen man doch eine ehrliche, orthodoxe, unverfälschte Gesinnung nicht absprechen wird. So schreibt beiläufig die im jüdischen Jargon geschriebene Zeitschrift „die Zukunft" (N. 19) in einem Artikel überschrieben „Was thun": Vor einigen Monaten hat ein orthodoxer

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