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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-01-01 · Heft 1 (1.1.1887) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 1 (1.1.1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Nicht nur seines Stammes Glieder Alle Menschen sind ihm Brüder, Alle, die da Gott verwandt; Alle Edlen, die da sterben, Sind des Himmels würd'ge Erben, Aller harrt Ein Vaterland. Und sein Beispiel strahlt in Segen Allen durch die That entgegen, Bald sie keimt und sproßt die Saat. Sie entfaltet reiche Blüthen Bietet Früchte: Liebe, Frieden, Die der Herr gesegnet hat. So sein Volk, längst fern dem Lande Seiner Väter, das verkannte, Oft verfolgte, er erhebt: Frei von jeder Knechtschaft Bürde Zum Bewußtsein seiner Würde, Die in freien Herzen lebt. Und so lebt der edle Weise, Wie von seines Volkes Kreise, So von Allen hochgeliebt. Und er wirkt mit starkem Mute Für das Wahre, für das Gute, Bis der Tod sein Auge trübt. Noch sind seine „Morgenstunden", Von der Liebe Kranz umwunden, Der Unsterblichkeit geweiht. Und „Jerusalem", das große. Wechseln auch des Schicksals Loose, Störet nicht der Drang der Zeit. Ihm ein Denkmal ist erbauet, Das kein sterblich Auge schauet, Das kein Sturm je wild umweht. In den Herzen fest begründet, Wo die Liebe sich verbindet, Für die Ewigkeit es steht. Seit er ruht an heil'ger Stätte, Zu des Weisen Ruhebette Wallet der Verehrer Schaar. Dank und Liebe sie durchdringen Und an seinem Grabe bringen Sie des Herzens Opfer dar. Hell, in weit entleg'ner Ferne Strahlen sie der Heimat Sterne Auf des Erdenwandrers Gruft. Dahin laßt im Geist uns wallen, Laßt des Preises Lieder schallen. Wo uns Dank und Liebe ruht. Hundert Jahre sind entschwunden Rasch, gleich flüchtigen Sekunden, Seit er nahte Gottes Thron. Israel, an diesem Tage, Mit gerührtem Herzen sage: „Dank Dir, Moses Mendelssohn!" Anna Gonstanze von Goset. Eine jüdische Proselytin. Durch die jüdischen Journale gieng jüngst eine Notiz, amerikanischen Blättern entnommen, über die uns nach einem authentischen Berichte Folgendes mitgeteilt wird: Bon einem der merkwürdigsten Schicksale wurde die Gräfin Anna Constanze von Cosel (von Cossel schrieb sie sich selbst), die Geliebte des Königs August des Starken, betroffen. Fünfzig Jahre saß sie gefangen auf der kleinen sächsischen Festung Stolpen. Von schleswig-holsteinischem Adel hatte sie sich im Jahre 1699 mit dem früheren von Hoymb vermählt, der sie aber auf seinem Schlosse verborgen hielt, aus Furcht, ihre glänzende Schönheit könnte

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