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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-01-01 · Heft 1 (1.1.1887) · p. Seite 13

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 1 (1.1.1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 uns kommen, indem wir Grace Aguilar Lebewohl zurufen, die Worte ihres geliebten Wordsworth in den Geist: „Deine Seele, wie ein Stern, wohnte allein! Eine Stimme befassest du, gleich der See ertönend; Rein wie der unbekleidete Himmel, majestätisch frei So giengst du auf der Straße dieses Lebens In heiterer Göttlichkeit! und auf dein Herz Auf sich selbst die geliebten Pflichten legend!" Gin evangekischer Marrer üver Moses Mendelssohn. Zu Anfang des vorigen Jahres ist uns aus Amerika nachfolgendes Gedicht, das Herr Carl Weltershausen, evangelischer Pfarrer in Allegheny Eich, Pa, anläßlich der 100jährigen Todtenfeier Moses Mendelssohns gedichtet hat, zugegangen, das vor dem 101. Todestage Mendelssohns (4. Januar) hier Platz finden möge, denn es ist von einem christlichen Pfarrer, der einen Juden verherrlicht, verfaßt, was Beachtung verdient. Es vergehen Pracht und Schimmer, Selbst Paläste werden Trümmer, Rasch zerstört vom Sturm der Zeit. Auch der Herrscher Kronen fallen, Und des Reichtums stolze Hallen Sind dem Untergang geweiht. Nur das Edle, Freie, Wahre, Wie das Reine, ewig Klare, Was der Himmel selbst uns bot; Wahrheit, Tugend, inn'ge Liebe, Unsr'er Seelen reinste Triebe, Störet nicht der strenge Tod. Sinket auch des Geistes Hülle, Ruhend in des Grabes Stille, Nichts des Müden Schlummer stört; Doch es denken, die da leben, An der Väter Wirken, Streben, Nach dem Tode noch geehrt. So auch möcht' ich heute preisen Einen Braven, einen Weise», Dem da ward der treue Lohn. Er, den alle Edlen kennen, Den mit Ehrfurcht sie nur nennen, Wareinst Moses Mendelssohn. Hundert Jahre sind verflossen, Haben eilend sich ergossen, In das Meer der Ewigkeit, Seit ein Engel ihn geleitet, Ihn an sanfter Hand begleitet In das Land der Seeligkeit. Und dem Geist des Israeliten Wir noch Dank und Liebe bieten Für die ausgestreute Saat; Für sein Ringen, für sein Streben, Um zu bilden zu erheben, Hier sein Volk durch Wort und That. Nicht der Väter frommen Glauben Will er seinem Volke rauben, Nur veredeln möcht' er ihn. Rein und lauter soll auf Erden Er der Enkel Erbteil werden Und in reichem Segen blüh'n. Nicht in Formeln und Gebräuchen Soll der Mensch das Ziel erreichen, Das den Herrn der Welten ehrt. Wahrheit, Liebe soll hienieden Leiten uns zum höchsten Frieden, Zum Gebet, das Gott erhört. Thät'ge Liebe soll erfüllen Aller Herzen, um zu stillen Jedes Bruders Schmerz und Leid. Willig geben und erfreuen, Gern des Schwachen Mut erneuen, Sei uns Wonne, Seligkeit.

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