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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-01-01 · Heft 1 (1.1.1887) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 1 (1.1.1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Giu Hrab auf dem jüdischen Iriedßofe in Irankfurt a. M. Über die in Frankfurt a. M. gestorbene und daselbst auf dem jüdischen Friedhofe begrabene englische Schriftstellerin Grace Aguilar mögen hier einige Mitteilungen Platz finden. Grace Aguilar, eine Dame, die Wunderbares für die Hebung der Frauenwelt leistete und deren Name durch ihr Wirken fast in jeder englischen und amerikanischen Familie heimisch geworden ist, wurde in Paragon, Hackney, in England, im Monat Juni 1816 geboren. Sie war die einzige Tochter von Emanuel und Sarah Aguilar, Abkömmlingen einer portugisischen Familie, welche, um Verfolgungen zu entgehen, von Portugal nach England geflüchtet waren. Grace war von so schwachem und zartem Körperbau, daß ihre Eltern sie nach Hastings gaben, um ihre Gesundheit zu bessern. Zu dieser Zeit war sie erst vier Jahre alt und in diesem so frühzeitigen Alter zog sie ein Buch jedem anderen Vergnügungsobjekte vor, da sie fast nur durch Anschauung lesen lernte. Die als Geschenk erhaltenen Bücher wurden nicht nur gelesen und dann nach Art der Kinder für irgend eine andere Phantasie auf die Seite geworfen, sondern sie wurden gelesen und wieder gelesen, um sodann aufbewahrt zu werden. Von ihrem siebenten Jahre an führte dieses außergewöhnliche Kind ein Journal, in welchem es mit strengeni Festhalten an der Wahrheit das, was es sah, hörte und dachte, niederlegte. Eine der Hauptergötzungen Grace's war es zu lesen, und über das was sich auf ihre Beobachtungen bezog, nachzudenken. Ihre Eltern waren beide Naturenthusiasten und dieser Zug übertrug sich auf das Kind, denn es erfreute sich mit ihnen an landschaftlichen Reizen, in einem Alter, in welchem die meisten Kinder für derartige Beobachtungen für unfähig gehalten werden. Ihre Mutter, der sie viel ihre Erziehung Betreffendens verdankt wie die Erhebung ihres Geistes zu seiner wahren Richtung, liebte es ihren Geist zunr Schönen und Guten zu lenken. Bevor Grace Aguilar ihr zwölftes Jahr vollendet hatte, schrieb sie ein kleines Drama „Gustav Wasa". Es war ein frühes Symbol für dasjenige, was im Leben ihre herrschende Leidenschaft wurde. Indessen ward das kleine Drama nie veröffentlicht. Es ist beachtenswert, daß die erste Geschichte, die ihr in die Hand gelegt ward, diejenige des Josephus war, an welcher sie großes Vergnügen fand. Im Jahre 1828 setzte sich die Familie nach verschiedenen Wanderungen in England wegen Kränklichkeit des Herrn Aguilar in Devonthire fest. Die Schönheit der dort so reichen Landschaft gab Grace die ersten poetischen Ergüsse ein und sie faßte eine leidenschaftliche Neigung für diese in ihr neu entdeckte Kraft. Doch die Großartigkeit der Landschaft machte nicht nur eine Verehrerin der Kalliope aus ihr, sondern sie beschreibt in ihren späteren Werken, in denen sie als Schriftstellerin von nicht geringer Kraft erscheint, diesen Teil Englands mit großer Genauigkeit und Schönheit. Ein Leben wie das von Grace Aguilar geführte gewährt wenig Abwechslungen uub Ereignisse. Es ist eine Chronik höchst ausgebildeten Talentes, mit Liebe erfüllter Pflichten, der Bildung eines großen mit Beharrlichkeit bis zum Krankenbette, da ihre zitternden Finger kaum noch die Feder zu halten vermochten,

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