Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1885)
- Date
- 1885-12-01
- Page
- Seite 280 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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2b jährigen Dienstjubiläums viele Zeichen der Anerkennung zu Teil. — Herr Dr. Moritz Löwit» Dozent au der deutschen Universität in Prag» erhielt einen Ruf als Professor der Physiologie nach Jan Jago. — In der am 13. Oktober stattgehabten Sitzung des Corpsausschusses des bürgerlichen Infanterie-Corps in Prag wurde Herr Emil Kitter von KubinsKy zum Ehrenoffizier mit Hauptmannsrang ernannt. — In der neuerbauten Synagoge zu Tisza Esflar wurde am 6. September der erste Gottesdienst abgehalten. — In Magy-Mihaly wurde die neuerbaute prachtvolle Synagoge eingeweiht. — Der Österreichische Kaiser unterstützt aus eigenen Mitteln in Ungarn den Bau jüdischer Schulen und in der Generalversammlung des deutschen Schulvereins in Teplitz stellte die Ortsgruppe It. Martin den Antrag „die Schulen israelitischer Kultus gemeinden dürfen nicht unterstützt werden". Freilich ist derselbe mit etwa 2145 Stimmen gegen 6 gefallen. — Zum Rabbiner und Prediger der Meiselsynagoge in Prag wurde Herr Dr. Alexander Kisch» bisher in Inngbunflan» gewählt. — Nach Arabisch wurde Herr Dr. Hahn und nach M. Kromau Herr Dr. Wolfsohn als Rabbiner berufen. — In Lieben wurde am letzten Versöhnungstage die Orgel in der Synagoge eingeführt. — Am 5. Oktober wurde in Lemberg unter Teilnahme der Spitzen der Behörden die erste Seidenfabrik im Lande, Herrn Joses Baer gehörig, eröffnet. Herr Rabbiner Dr. Löwenstein hielt aus diesem Anlasse eine Rede. — In Pravenkirchen in Ungarn feierten ein 101 Jahre alter Mann und seine 98 jährige Frau das Fest der 75jährigen Hochzeit. — Am 28. Oktober feierte Herr Moritz Kreiherr von Königswarter und seine Gemahlin Frau Charlotte geb. von Wertheimstein in Wien das Fest der silbernen Hochzeit. Herr G. Mols hat aus diesem Anlasse dem edlen Jubelpaare eine Festschrift „Das Tridentinische Concil und der Talmud" gewidmet, welche eine interessante Urkunde, ein Dankschreiben, enthält, welches die Juden in Prag am 16. Februar 1563 an den damaligen Erzbischof Anton Brus in Prag, den Vertreter des Kaisers auf dem Tridentiner Concil, richteten wegen seiner Bemühung für die Wiederzulassung des Talmud. Herr Baron v. Königswarter, Mitglied des Oesterreichischen Herrenhauses, ist durch seinen Wohlthätigkeitssinn bekannt und ist Mitbegründer und eifriger Förderer des in Wien vor 24 Jahren ins Leben getretenen Vereins zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender, dem wir bei seinem Eintritte in das fünfundzwanzigste Jahr seiner Wirksamkeit eine größere Teilnahme und Zuwendung größerer Mittel wünschen, damit er den Verhältnissen entsprechend in Zukunft kräftiger wirken könne. Nach dem jüngst ausgegebenen Berichte zählte der Verein im abgelaufenen Jahre blos 182 Mitglieder mit nur fl. 1474 Beiträgen, während 525 Gesuche um Unterstützung eiugereicht wurden. — Die Specialberatung der Adresse im Ahgeordnetenhause in Wien wurde am 23. Oktober beendigt. Der vom Antisemiten Türk beantragte Zusatz, betreffend die Beseitigung des jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, wurde mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt. — Die Vertretung der Böhmischen Fandesjudenschaft, welche beim früheren Kultusminister Baron Uonrad in Wien Audienz nahm, erhielt die Zusicherung, daß die vorgebrachten Wünsche, betreffend die Regelung der Verhältnisse der israelitischen Kultusgeineinden Böhmens zumeist Berücksichtigung finden werden. — Unter 944 Schülern an zwei Gymnasien in Prag befinden sich 539 jüdischen Bekenntnisses. — Die Budapest» orthodoxe israelitische Gemeinde geht daran, einen eigenen Separatfriedhof anzulegen und haben fünf Herren zu diesem Zwecke 30,000 fl. gespendet. Bezeichnend für den Kulturzustand der Orthodoxen in Ungarn ist es, daß in J). Szerdahely am Bußsabbat in