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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-12-01 · Heft 12 (1.12.1885) · p. Seite 269

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 12 (1.12.1885)
Date
1885-12-01
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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269 Geschichte der Makkabäerkämpfe ziehen. Ich brauche wohl nicht erst genau mit haec fabula docet zu schließen. Wer die Lehre noch nicht gefunden und zwischen den Zeilen lesen kann, gehe den Aufsatz noch einmal durch. „Jüdische Kochschulen.« Vortrag, gehalten im Saale der Gesellschaft der Freunde in Berlin am 26. Januar 1685 von Dr. Joel Müller, Docent für die rabbinischen Mcher an der Lehranstalt für die jüdischen Wissenschaften in Berlin. sSchluß.) Treten wir in den Hörsaal eines Zeitgenossen des Fürsten Jbn Albalia- Jsac Alfüsi hält seine Vorlesung an der hohen Schule in Lucena. Er spricht über den Talmud, den er in verkürzter Form in Umlanf bringt, indem er Schulverhandlungen, Sagen und Erzählungen ausscheidet. Er macht die spanischen Schulen unabhängig, iridem er selbstständig Entscheidungen fällt und der Autorität der babylonischen Schulhäupter vielfach entgegentritt. Vor dem greisen Lehrer steht ein Jüngling, Josef ibn Migasch, der Sohn eines angesehenen, im Dienste des Königs (von Sevilla) stehenden Mannes. Jbn Migasch, von dem Weisen und Deuker Albalia früh bevorzugt, ist auch der Lieblingsschüler Alfüsi's. Er bestimmt ihn zu seinem Nachfolger. Sein Diplom wird ausgefertigt. In diesem kiest man folgende Stelle: „Moses wählte, als er seinem Volke Führer bestellte, weise und wolbekannte Männer und gab ihnen das Richteramt der Stämme. Fand er nicht Häupter für das Volk, die auch der Wissenschaften kundig waren?? . . Ich weihe Josef ibn Migasch zum Lehrer, er ist bedeutend und hervorragend in der Kunde des Gesetzes, ihn ziert auch die Krone der Weisheit und der Wissenschaft." Wieder spricht der große Lehrer; da öffnen sich die Pforten des Lehrhauses; schwanken Schrittes naht ein Jüngling. Die Begrüßung abwehrend sinkt er vor Alfüsi hin und beginnt mit thränenerstickter Stimme seine Rede: „Mein Vater war Jsac Albalia, der dir, o Meister, oft entgegentrat, der dich mit hartem Worte, mit spitzer Feder oft bekämpfte. Er sorgte für meine Bildung in der Glaubenswissenschaft, in der Weisheit der Denker Griechenlands. Vor Kurzem starb mir der edle Vater. Als sich sein Leben neigte, umfaßte er mich segnend und hauchte mir mit mattem Laut die Worte zu: „Begieb dich zu dem Lehrer in Lucena. Sage AlfLsi, ich wünsche Versöhnung an der Todespforte. Sterbend bitt' ich ihn, er möge dich beschützen, möge dich als Jünger in seinen Kreis treten lassen," Also sprach der Jüngling und hob das Auge bitteitd zu dem berühmten Lehrer. Dieser aber weinte Thränen der Rührung, küsste den Jüngling niild und sprach: Dein Vater starb, so bist du mir nun ein Sohn und Schüler, ich öffne dir mein Haus, meine Lehre will ich dir in die Seele schreiben. Auch Baruch ibn Albalia wurde einer der tüchtigsten Lehrer der jüdischen Wissenschaft. Durch j eine Reihe von Geschlechtern ging in Spanien die rabbinische Wissenschaft init der weltlichen Kenntnis Hand in Hand. Dichtkunst und Sprachkunde, Mathematik und Philosophie wanden ihren Ruhmeskranz um die Stirne h Ab. b. Dav. S. Hakabala.

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