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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-11-01 · Heft 11 (1.11.1885) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 11 (1.11.1885)
Date
1885-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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259 der Sonntagsruhe zu befreien, welche die Sabbathruhe beobachten. - In Gali- |icn haben sich jüdische Gemeinden an das Ministerium gewandt, um einen Erlaß der Statthalterei, nach welchem die Beisetzung der Leiche ohne Sarg verboten sein sollte, rückgängig zu machen. — Im Dorfwirtshause zu Glemboka wurden 7 Juden ermordet. — Im Prozeß Ritter in Krakau wurden sämtliche drei Angeklagte einstimmig der Ermordurg der Christenmagd schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt, somit zum dritten Male. Der Vertheidiger meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an. — Am 3. September fand in Lin? die Taufe des israelitischen Religionslehrers I. Koselik in der Kapuzinerkirche statt, der den Namen Ernst Anton Marin annahm. Wie enttäuscht waren die hochwürdigen Herrn, als auf Requisition des Gerichtshofes der Neubekehrte, welcher als Schwindler sich entpuppte, festgenommen wurde. Der Chorherr L. Eichhorn in Klorisdorf mahnt dieserhalb zur Vorsicht bei Aufnahme von Juden in die katholische Kirche. — In Wie» hat sich em Verein jüdischer junger Damen „Mirjam" gebildet, der sich die Unterstützung der Kolonisation Palästinas zur Aufgabe stellt. — Ueber die Talmud-Thora-Schule „Ohel Moscheh" in Lemberg ist ein Rechenschaftsbericht erschienen der sich vom 6. Juni 1883 bis incl. 1. April 1885 erstreckt. Aus Mangel an Teilnahme ist diese Anstalt, in welcher neben dem Unterrichte in profanen Lehrgegenständen, die Pflege jüdisch-talmudischen Wissens angestrebt wurde, eingegangen. — Herr A. U. pcreira, hat sein Amt als Rabbiner der portugisichen Gemeinde in Amsterdam angetreten. — Herr P. Z. Ries, in derselben Stadt, feierte den Tag, an welchem es ein halbes Jahrhundert wurde, seitdem er ununterbrochen Vorsitzender des Nieder!, israel. Knaben-Waisenhauses war. — Zu Naivste,? starb am 23. August l Dr. Marcus M. Kalisch, geboren in Treptow im Jahre 1828. Er war im Jahre 1848 an der revolutionären Bewegung beteiligt und siedelte darum nach London über. Er war Hauslehrer im Hause Rothschild daselbst und hat sich durch seine kritischen Kommentare zum Pentateuche wie durch grammatische Studien auf dem Gebiete der hebräischen Sprache in der Gelehrtenwelt bekannt gemacht. Auch ein Band deutscher Gedichte „Leben und Kunst" ist von ihm erschienen. — In London verstarb der berühmte Schachspieler Bernhard Horwih im Alter von 80 Jahren. — Herr Äosef Sebag hat die Erlaubnis erhalten, seinem Namen den Namen Montefiore zur Erinnerung an seinen Heimgegangenen Onkel anzufügen. — Herr Lionel L. Cohen, Vorsitzender der Board of Deputiea, wurde von der Regierung zum Mitglied der Königl. Handelskommission ernannt. — In Manchester haben wegen des Auftufens zur Thora, wie die „Zukunft" berichtet, am Versöhnungstage Schlägereien in einer polnischen Synagoge stattgefunben. Diese Eigentümlichkeiten, meinen wir, müßten die polnischen Juden in England doch ablegen. — Beim internationalen Eisenbahnkongreß in Brüssel war der Russische Staatsrat Herr v. Worlchowsky ein Jude, Vicepräsident. — In Italien ist ein Jude Giaromo Malvano Minister des Aeußeren, worüber die katholischklerikale Presse sehr ungehalten ist. — In Turin verstarb Uaphtali Äachja, der mehrere Jahre Vicerabbiner dieser Gemeinde und Lehrer an der Talmud-Thora- Anstalt war, welcher er seine Bücher hinterließ. — In Venedig starb am 7. August, 95 Jahre alt, Baron Jacob Treues dci Bonfili, Mitglied der konstituirenden und legislativen Versammlung der Republik in den Jahren 1848 und 1849. Er war ein bedeutender Kunstkenner und hinterließ eine Sammlung von Ruf. — Bei den Wahlen der Stadtverordneten in Odessa wurden 24 Juden, so viele als gesetzlich zulässig sind, gewählt. — Herr Stadtrabbiner Dr. Schwab' .her in Odessa wird, weil er in einer Rede von Israel sagte, daß es nicht den Beruf habe ein 23*

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