Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1885)
- Date
- 1885-09-01
- Page
- Seite 209 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2969669-2969726-2969736--1452-2971912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
209 dadurch daß der verbrüderte Leib nebst seinen Begierden weichen muß, zweitens, wenn die Seele ihr Nächstes, den unvernünftigen Teil, aufgibt. Endlich muß auch die Vernunft ihren angrenzenden Nachbar, die Rede, entfernen, sodaß nur das innere geistige Sprechen übrig bleibt, erlöst von den Sinnen, erlöst vom Leibe, erlöst von der Rede des Mundes. Denn nur so kann er das Wesen der Wesen rein und ungestört verehren." Ein weiterer Schritt ist das völlige Heraustreten des Menschen aus sich selbst. Philo sagt darüber in BezuA auf 1. M. 15, 6.: „Wer wird dein Erbe sein? Nicht die Seele, die freiwillig im Gefängnis des Leibes verweilt, sondern die sich von diesen Banden befreit, die außerhalb der Mauern heraustritt und womöglich sich selbst verläßt. Denn nur da ist Erbschaft der himmlischen Güter, wo die Seele begeisterungsvoll nicht mehr bei sich selbst ist, sondern in göttlicher Liebe schwelgt." Es ist die Stufe des Gottschauens, der Prophetie, der höchste Grad der sittlichen Vollendung. (Schluß folgt.) Wonaisschau. An Stelle des Herrn Dr. Prager, der sein Amt als Landrabbiner von Cassel am 25. Juli angetreten, wurde Herr vr. Kroner, bisher Rabbiner in Erfurt, zum Oberleher und Leiter der Religionsschule in Hannover erwählt. — Nach Weh wurde Herr Ä. Weilt aus Phalsbourg als Rabbiner berufen und nach Prenstau Herr vr. Mhr, bisher in Koschmin. — Am 17. Juni begierigen Herr Kaphael und Frau pauline Diester in Frankfurt a. M. das Fest oer goldenen Hochzeit und am 27. Juli in Zierenberg die Eheleute Herr Lehrer Jacob Gntkind und Frau. — Aus Soest wird uns berichtet von der am 18. April stattgefundenen Feier des 25 jährigen Amtsjubiläums des um die dortige Gemeinde hochverdienten Lehrers Herrn Mrisler. Dieselbe gewährte ein freundliches Bild der mit ihrem Lehrer , eng und liebevoll verbundenen Gemeinde. — Am 24. Juni begieng das Emil Lehmann'sche Ehepaar das Fest der silbernen Hochzeit in Dresden. Ueber die aus diesem Anlasse erschienene Schrift „Der polnische Resident Berend Lehmann, der Stammvater der israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden. Von seinem Ur-Ur-Urenkel Emil Lehmann" werden wir im litterarischen Teile der Monatsblätter noch berichten. — Das fünfzigjährige Dienstjubiläum des Bezirksrabbiners Herrn vr. Grünebaum in Landau wurde auf den 25. Juni 1886 verschoben, weil derselbe 10 Monate außerhalb Bayerns im Dienste stand. — In Colberg starb am 16. Juni der allverehrte Sanitätsrat Herr vr. Hirschfeld, in Breslau am 22. Juli Herr vr. jur. Honigmann, welcher durch seine Thätigkeit im D. I. Gemeindebunde, durch seine Teilnahme an der Synode zu Leipzig wie durch veröffentlichte novellestische Arbeiten vorteilhaft bekannt ist. — Am 21. Juli wurde der Prof, der Nervenpathologie an der Universität Breslau, Herr vr. Oscar Berger, zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der nur 40 Jahre alt geworden, war ein Urenkel des Oberlandesrabbiners von Schlesien K. Aron Karfunkel. — In Frankfurt a. M. starb am 25. Juli der Königl. Würtembergische Konsul Herr Leopold Jacob von Goldschmidt. Er gehörte dem Mendelssohn-Vereine seit dessen Bestehen an. An seinem Grabe sprach Herr vr. Kl. 19