Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1885)
- Date
- 1885-08-01
- Page
- Seite 187 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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187 Bartolome» und Guiseppe Lagumina in Palermo Urkunden veröffentlicht. Die erste Urkunde in diesem „Codex diplomaticus“ trägt das Datum Mai 591. Diese edlen katholischen Brüder, welche die Wissenschaft des Judentums fördern, dürften denjenigen Juden als Beispiel dienen, welche für derartige Bestrebungen weder Sinn noch Verständnis zeigen. - Unter dem Titel pro frnlribuo Judaeis (für die jüdischen Brüder) hat Herr Prof. Zcaramuni ein Christ, ein Sendschreiben an den Rabbiner Zervi, Redakteur des „Besillo Jsraelitico", veröffentlicht, welches wir deutschen Judenfeinden zur Lectüre angelegentlichst empfehlen. — Bon Herrn - Bezirksrabbiner K. f. Großmann zu Zr-Körinc; wird demnächst ein Buch erscheinen, in welchem die wichtigen Ereignisse aus der Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart nach der Reihenfolge der Tage im Kalenderjahr sich verzeichnet finden werden. — Das Buch des Grafen Leo Tolstoi unter dem Titel „Worin besteht mein Glaube" ist in deutscher Uebersetzung nach dem russischen Manuskripte von Sophie Beer in Leipzig im Verlage bei Junker ic Humboldt erschienen. Der russische Graf war früher in Bezug auf den Glauben Nihilist und durch das ihm zunr Bewußtsein gekommene innerliche Christentum wurde eine völlige Umwandlung seiner Gesinnung herbeigeführt. Er zeigt das Bestreben, das Christentum mittelst der Kritik des neuen Testamentes klar zu stellen und es von dem Wüste falscher Auslegungen zu befreien. Der Verfasser teilt auf Seite 22 mit, daß er die Bergpredigt mit einem Rabbiner gelesen, welcher ihm fast bei jedem Satze sagte: „dies steht in der Bibel und dies im Talmud" indem er wirklich in diesen beiden Büchern auf sehr ähnliche Aussprüche, wie sie in der Bergpredigt sich finden, hinwies. Nur bei dem Satze „Widerstrebet nicht dem Uebel" hätte der Rabbiner nicht auf eine Parallele m seinen Religionsurkunden hingewiesen, sondern nur spöttisch gefragt „Und die Christen erfüllen dies?" Graf Tolstoi meint, Böses lasse sich uur durch Gutes heilen und nicht durch Gewalt vernichten und der einfache Sinn der Lehre Christi sei derart durch allerlei Auslegungen verfinstert, daß man sie nur mit großer Mühe wieder entdecken kann. Wenn die Evangelien, meint er, zur Hälfte verbrannt oder verwischt entdeckt worden wären, auch dann noch hätte sich deren wahrer Sinn klarer feststellen lassen, als jetzt, wo allerlei Erklärungen die Evangelien entstellt haben. Zum Schluffe stellt der Verfasser sein Glaubensbekenntnis auf, das viele lichte Züge an sich trägt und in welchem das Streben nach idealer Auffassung des Christentums sich zu erkennen giebt. — Herr Dr. f. Archen hat zwei Machsorhandschriften aus der Göttinger Königl. Nnivrrfitötsbibliothek beschrieben, welche beide aus dem vierzehnten Jahrhundert stammen, die eine aus Deutschland und die andere aus Frankreich. — Im Selbstverläge der jüdischen Reformgemeinde in Berlin ist erschienen: Gebetbuch der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin. Neue Ausgabe. Dieses Gebetbuch wird auch in weiteren Kreisen zur Belebung der Andacht viel beitragen können und besonders für den deutschen Teil mehreren Gottesdienstes neben dem hebräischen sich sehr wertvoll erweisen. Für Jugendgottesdienste und Hausandacht eignen sich diese schwungvollen Liturgieen und Gebete ganz besonders. Möge dieses Buch die Gemüter zur Andacht stimmen und mit dazu beitragen, daß der Geist des Gebetes in den Häusern lebendiger werde, in denen der Quell der Religion versiegt zu sein scheint. — Anrede an die Mitglieder der Germania Loge Nr. 335 U. (). B. B. zu Halle gehalten zur Feier ihrer Installierung am 30. August 1882 von vr. E. Gutmann aus Nrwyork ist der Titel einer uns jüngst zugegangenen im Drucke erschienenen Rede. Der B'nai-Berith-Orden 17*