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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-08-01 · Heft 8 (1.8.1885) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 8 (1.8.1885)
Date
1885-08-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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185 nicht so viel Aufsehen gemacht, wie der Selbstmord des Rabbiners Dr. A. Ater« in Wilkesbarre. Es ist schmerzlich, schreibt ein amerikanisches Blatt, für das Judentum und die Wissenschaft, die Gedankenenergie, die Furchtlosigkeit des Handelns und Ausdruckes, welche sich in Dr. Stern vereinigten, zu verlieren. Wären sie recht angewendet worden, welchen mächtigen Kämpen würde das amerikanische Judentum in ihm besessen haben. Dr. Stern schrieb vor seinem Tode Briefe nieder, in welchen er als den einzigen Grund für seine Handlung angiebt, daß er nach einem zehnjährigen Kampfe zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß Ungerechtigkeit und Selbstsucht die Welt beherrschen und daß er weder Stärke noch Neigung besitze, den Kampf länger fortzuführen. Aus einem Briefe an seinen Freund Weil ist der Satz: „Als ich meine letzte Predigt in Wilkesbarre endigte, sagte ich zu meinen Feinden: „Vergieb ihnen Gott, sie wissen nicht was sie thun" bezeichnend, weil aus demselben zu ersehen ist,. daß es Stern, wie allen prophetisch angelegten Naturen, unter den Juden Amerikas, gerade nicht an Feinden gefehlt hat, die ihm das Leben verbitterten. Der letzte Wille des Heimgegangenen wurde ausgeführt. Am Grabe sprach Herr Hirsch aus Wilkesbarre auf hebräisch die vom Verstorbenen letztwillig verzeichneten Bibelstellen. Hoch schätzte er Herrn Dr. Msenthal, er vermachte ihm seine Bibliothek, ihm, dem Einzigen, der seine Fähigkeiten und seinen Charakter zu schätzen verstand. — Herr Dr. Hermann Adler wurde auf seiner Reise nach Palästina überall sympathisch ausgenommen und haben ihm besonders die jüdischen Bewohner von Jerusalem einen fürstlichen Empfang bereitet. — In Knnland, wo die Ansiedlung der Juden discutiert wird, wohnen nach der statistischen Aufnahme nur 598 israelitische Familien; und zwar 4M in Helsingfors, 162 in Abo, 28 in Tamersfors, 8 in Tawastehus. — In Zante (Jonische Inseln) wurde die Synagoge Candiotta ein Raub der Flammen und in der Kapstadt wurde am 12. April der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt. Die Zunahme der israelitischen Gemeinde hat ein größeres Lokal als das seither benutzte nothwendig gemacht. An der Spitze der Gemeinde steht Herr Rabbiner Orenstein. Willeitungen. Die Erinnerungen an Zfaac Marcus Äost aus persönlichem Umgänge, mitgeteilt von Dr. H. Zirndorf, Professor am Hebreu-Union College in Cincinatti, die in mehreren Nummern der „Deborah" erschienen, sollen in Buchform ausgegeben werden. — Die hebräische Monatsschrift Haschaihar (Die Morgenröthe) von Peter Zmolenski wird von dessen Bruder Leo» fortgesetzt. Das neunte Heft des XII. Jahrganges ist bereits erschienen. — Bon Rev. Dr. P. I;old, in Baltimore soll ein Commentar zum Buche Hiob, eine langjährige Lieblingsarbeit des Verfassers, erscheinen. — Die französische Akademie hat fiir eine Studie über den „Brahmanismus und seine Beziehungen zum Judentum und Christentum" den Preis von 10M Frank dem apostolischen Vicar von Pondicheryzuerkannt. — Das Buch „Psalmorum Codex“ (Moguntiae 1459, Fust u. Schoeffer) wurde jüngst in Loadon durch B- Guaritsch um 99,M0 Mk. erstanden. Es ist dies der höchste Preis, der je für ein Druckwerk auf Papier oder Pergament erzielt wurde. Für die Mazarin-Bib el „Biblia sacra 17

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