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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-08-01 · Heft 8 (1.8.1885) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 8 (1.8.1885)
Date
1885-08-01
Page
Seite 183 (sequence 15)
Language
German
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183 Mitbegründer des Vereins für die Wissenschaft des Judentums daselbst. — In Lemberg starb am 5. Mai Herr Hirsch Glasgall, Direktor einer jüdischen Hauptschule, welcher sich zur Aufgabe machte, seine Glaubensbrüder durch Bildung und Aufklärung zu erleuchten. Die Herren Architekten Eduard und'Marceü Neuschloß in Budapest wurden wegen ihrer Thätigkeit beim Bau der allgemeinen Landesausstellung zu Rittern des Franz-Josephsordens ernannt. — Am 8. Mai wurde in Kiala Herr David Spieler, 102 Jahre alt, zu Grabe getragen. Der Verstorbene, in seinem vierten Lebensjahre erblindet, sah fast ein Jahrhundert nicht an seinem Auge vorübergehen. — Herr Lahor Senelch, der in Kardas Kecic über fünfzig Jahre als Rabbiner und Lehrer gewirkt, feierte am 1. Mai sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Auf Anregung des israel. Lehrervereins in Böhmen wurde der Ehrentag des Jubilars in festlicher Weise begangen. Herr Rabbiner Thorsch aus Neuhaus schilderte in einer schwungvollen Rede die Verdienste des Jubilars; von der Landesrepräsentanz, von vielen Körperschaften und Privaten wurden dem Jubilar Glückwünsche und Ehrengeschenke dargebracht. Vom Lehrerverein erhielt er ein prachtvolles Ehrengeschenk und wurde zum Ehrenmitgliede ernannt. — Durch seine erstaunlichen Talente in der Rechenkunst erregte in Wien in medizinischen Kreisen der achtjährige Sohn des Herrn Karl Spitzer aus Miihrisch- Ostrau Aufsehen. Er löst im Augenblicke Rechenprobleme, wozu sonst oft Tage erforderlich sind. — Herr Dr. Alexander Kosenberg wurde als Oberrabbiner nach Arad berufen. — Viele jüdische Blätter widmen dem am 22. Mai gestorbenen Kictor Hugo ehrende Worte des Nachrufes. An seinem Grabe sprach auch Tullo Massarini, jüd. Senator aus Italien. — An dem Hause Rue Maligron Nr. 19 in Paris, wo Heine gestorben, soll eine Gedenktafel, mit der Büste des Dichters darüber, angebracht werden. — Seit einem Jahrhundert hat die Anzahl der Juden in Paris sich gerade verhundertfacht. Im Jahre 1789 zählte man kaum 500 und 1884 betrug ihre Anzahl 50,000 Seelen. — In London starb jüngst im Alter von 64 Jahren Herr Dr. Henry A. Stern, der über 40 Jahre als Missionär der Londoner Gesellschaft für die Bekehrung der Juden zum Christentum gewirkt hat. Stern war einer der „abyssinischen Gefangenen", behufs deren Befreiung England im Jahre 1868 einen Feldzug gegen den König Theodor von Abyssinien unternahm. Nach der Einnahme von Magdala durch die britischen Truppen, unter General Napier, wurden die englischen Missionäre aus ihrer langjährigen und grausanien Gefangenschaft befreit. — Nach einer veröffentlichten Zusammenstellung der Direktion des statistischen Zentralvureaus in Kom belief sich nach der Zählung vom 1. Januar 1882 die Zahl der Juden in Italien auf 36 298 bei einer gesammten Einwohnerzahl von 28459628. Die jüdische Gemeinde zu Rom zählt 6200 Mitglieder. — Herr Samuel Alatri, ein Greis von 80 Jahren, ist von edlem Feuereifer erfüllt, in Ätalicu eine jüdisch-theologische Lehranstalt ins Leben zu rufen, und bereist zu diesem Zwecke das Land. Man beabsichtigt auch in Turin das Ghetto niederzulegen. — In Kotterdam wurde am 30. Mai das 160jährige Bestehen der Hauptsynagoge gefeiert. — Herr Moritz Abrahamsohn wurde zum schwedisch-norwegischen Conjul in Madrid ernannt. — In Odessa feierte Herr Dr. med. I. Arey seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar stammt aus Heidingsfeld und hat als Arzt und Mensch in Odessa segensreich gewirkt. Er arbeitet gegenwärtig an einem Werke über die Circumcision. — Äoseph Kabbinowitz agitiert jetzt tüchtig in den kleinen Städten von Aessarabien und Podolien und findet in dem materiellen Elende, das daselbst unter Juden herrscht, einen zuverlässigen Bundesgenossen. Er gebraucht den Colonisations-

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