Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1885)
- Date
- 1885-08-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2969669-2969726-2969735--1416-2971875- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
174 aber dem Hauptzwecke derselben fern, weshalb wir unterlassen, darauf einzugehen. Wir freuen uns, daß Talmud und Rabbinen jetzt auch von christlichen Gelehrten studirt werden, denn nichts hat dem Verständnis und der Verständigung mehr geschadet als die Unkenntnis vom Judentum. Indes haben Christen dafür jüdischer Hülfe nie entbehren können. Unsere christlichen Freunde sollten darum darauf bedacht sein, auf einzelnen Universitäten einen Lehrstuhl für Theologie und Wissenschaft des Judentums errichten zu lassen, nicht blos um der Juden, sondern auch und mehr noch um der Christen willen. Die gemeinsame heilige Sache erfordert dies und wird dadurch gefördert werden. Alzey. Dr. Rothschild. Pie Stellung der Irau im ßivtifchen Merlum. Bortrag, gehalten zum Besten des Stipendienfonds der „Lehranstalt f. d. W. d. Jud." im Saale der „Gesellschaft der Freunde", Berlin, den 4. Februar 1884 von vr. M a y b a u m. (Schluß.) Um Ihnen endlich ein Bild von der vielseitigen Beschäftigung, von der für alle Familiengenossen segensreichen und beglückenden Waltung einer israelitischen Hausfrau aus dem biblischen Altertum vorzuführen, will ich ihnen einige Verse aus dem Schlußkapitel der sog. Sprüche Salomonis vorführen, wo in einem alphabetischen Liede das Lob des „braven Weibes" besungen wird (Spr. 31, 10 ff): „Wer ein braves Weib gefunden, — - Höher ist ihr Wert denn Perlen — Darf vertrauen ihrer Waltung, An Erwerb wird's ihr nicht fehlen. Alle ihre Lebenstage Thut sie Gutes ihm, nie Böses. — Emsig sucht sie Flachs und Wolle, Schaffet stets mit fleiß'gen Händen; Früh am Morgen steht sie auf und Teilet Zehrung aus im Hause Und das Tagewerk den Mägden. — Auf Erwerbung neuen Ackers Sinnt sie, auch durch ihre Arbeit Einen Weinberg anzukaufen. — So umgürten Kraft die Lenden, Ihre Arme künden Stärke; Eine Hand zum Rocken greifet, Und die andere faßt die Spindel, Beide zur Errettung Armer Darzureichen ist sie willig. — Weisheit kündet ihre Rede, Liebe jedes Wort des Mundes, Stetig fördert sie den Gatten,