Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1885)
- Date
- 1885-07-01
- Page
- Seite 165 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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165 einen Brotladen in Jerusalem errichtet hatte, ein Jude war. Unter den Bauten wird das Montefior'sche Armenhaus mit 50 angemessenen Wohnungen für arme Inden erwähnt. Auch wird berichtet, daß im Jahre 1858 auf Kosten Sir Moses daselbst eine Windmühle errichtet wurde. R. Lurrer in Zürich beschreibt die antiken Städte und Ortschaften im Libanongebiete; C. Schick berichtet über aufgedeckte Felszisternen und Felsgemächer in Jerusalem und über ein entdecktes Columbarium am Berge des bösen Rates. Er schließt diesen Aufsatz mit den Worten-„Auf Grund dieser Funde drängt sich die Frage auf, ob zu irgendeiner Zeit diese Art der Totenbestattung — Beisetzung der Asche in kleinen Nischen — allgemein war, oder ob sie nur von den fremden Stämmen vollzogen wurde." Auch über Felsengräber in Dschebata berichtet Herr G. Ichuhmachrr, von dem noch manche interessante Mitteilung zu erwarten ist. — Im Verlage von M. Mahner in Wien, 1885, ist erschienen: „Drei galgenhumoristische Studien über den Antisemitismus" von Adolf Herhka. Die erste Studie trägt die Ueberschrift „Hie denken Sie über die Juden"? und schildert uns Wege und Ziele der Antisemiten und die Art, wie wir diese Bestrebungen bekämpfen sollen. Der Verfasser erzählt im Laufe seiner interessanten Causerie, daß er selbst vor Jahren in einer Kirche in Reiv-Uork hörte, wie der gefeierte Kanzelredner Rev. vr. Chapi» den Juden eine Lobrede hielt, als im Norden die Agitation gegen die Sklaverei des Südens begann, indeni er sagte: Wir können in der Sklavenfrage Vieles von den Juden lernen, denen wir auch die Grundlagen der christlichen Moral verdanken. „Die Juden", rief er, „handeln christlich und Ihr handelt unchristlich". Verfasser schreibt, es kommt einst der Tag, an dem die Menschenliebe die Menschenherzen erwärmen wird, bis dahin mögen wir die ungewohnte Tugend der Geduld üben. Diesem ersten Aufsatze schließt sich ein zweiter: „Haben die Jliden noch eine Existenzberechtigung" und eine humoristische Studie: „Im gelobten Lande der Antisemiten" an. — Im Verlage von Wilhelm Kriedrich K. Hofbuchhandlung in Leipng ist erschienen: Fhamar, Roman aus dem biblischen Altertum von vr. S. Mandrllirrn (196 S. Preis 8 Mk.). Wir haben in dieser Schrift eine meisterhafte Uebersetzung der hebräischen Novelle „Ahabath Zion" von Map» vor uns, welche uns in die Zeit des jüdischen Staatslebens 800 v. Eh. zurückversetzt. In dieser Novelle sind die Gestalten klar erfaßt, treffend geschildert und mit erwärmender Begeisterung dargestellt. — Herr vr. Mahler hat in der Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der kaiserlichen Akadeniie der Wissenschaften in Wien, ani 16. März eine „Astronomische Untersuchung über die in der Bibel erwähnte egyptische Finsternis" mitgeteilt. In der Vermutung, daß in der Ueberlieferung einer am 1. Nissan des Auszugsjahres der Israeliten aus Egypten (für das gewöhnlich das Jahr 1312 angenommen wird) daselbst stattgehabten Finsternis die Erinnerung an eine Sonnenfinsternis erhalten ist, hat der Verfasser aus allen zentralen Sonnenfinsternissen des dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts die Frühjahrs-Sonnenfinsternisse herausgesncht und gefunden, daß von diese» nur eine einzige für Egypten von Bedeutung sein konnte. Es ist dies die ringförmige Sonnenfinsternis des Jahres 1335 vom 13. März. Nachdem diese aber zugleich alle durch die Tradition erhalteneil Merkmale (Monat, Tag, Wochentag) der in der Bibel erwähnten egyptischen Finsternis besitzt, so ist es im hohen Grade wahrscheinlich, daß, wenn der voni Verfasser ansgeführten Rechnung Bedeutung beigelegt wird, die in der Bibel erwähnte Finsternis mit der ringförmigen Sonnenfinsternis des Jahres 1335 vom 13. März identisch sei. Dann fällt natürlich der Aus-