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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-06-01 · Heft 6 (1.6.1885) · p. Seite 142

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 6 (1.6.1885)
Date
1885-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 Monatsschrift unter dem Titel: „Ha-gan" (der Garten), herausgegeben von N Kriedland erschienen. Das uns vorliegende erste Heft derselben enthält Erläuterungen zum palästinischen Talmud und halachische Gutachten vom Herausgeber, Analysen thalmudischer Themata (Chillukim) von verstorbenen Rabbinen, Bemerkungen zu Maimonides Ritualcodex aus dem handschriftlichen Nachlasse des mährischen Landesrabbiners Nachum Trebitsch (Großvater des Herausgebers dieser Blätter) und Beiträge von Rabbiner Taubes in Jassy u. a. Diejenigen, die sich noch auf die in den alten Jeschiba's gepflegte Methode des Talmudstudiums verstehen, werden den relativen Wert derartiger Produktionen nicht verkennen.— In Prag ist erschienen: Brandeis illustrierter Volkskalender 1885/86 (Preis 60 Pf.) mit Beiträgen des Herausgebers, S. Kohn's und G. Wolfs. Vorangeht das Portrait Koloman v. Tiszas, des ungarischen Ministerpräsidenten, ein Bild Zunz's und eine Abbildung des Rothschild'schen Stammhauses in der Frankfurter Judengasse sind beigegeben. Auch der 34. Jahrgang des illustrierten israelitischen Volkskalenders von Jacob W. Pascheles für das nächste Jahr ist erschienen (Preis 70 Pf.) Neben den Bildern von Zunz mit dessen faksimilierter Unterschrift und dessen Motto „Aechte Wissenschaft ist thaterzeugend" und des Pester Rabbiners Dr. Kayserling enthält derselbe auch Beiträge von Dr. M. Grünwald, Bernhard Auerbach und dem Herausgeber. — Die vier Parteien oder Mittel gegen den Antisemitismus, ist der Titel einer von Dr. Iecheslrel Caro, Rabbiner in Pilsen erschienenen Predigt, die er am 7. Pessachtage in der Synagoge seiner Gemeinde gehalten. Es ist dies eine Rede, die aus Gesinnungstüchtigkeit stammt und darum verdient, daß sie weit hinausklinge, besonders in einer Zeit, wo die meisten Theologen zu Volksschmeichlern herabgesunken sind. Wir führen aus dieser gediegenen Rede nur den Satz an „Unser Glaube gebietet den Fortschritt und verabscheut den Rückschritt, unser Fest feiert die Freiheit und beklagt jedwede Geistesknechtschaft — — Das ist gewiß, wenn wir den Geist des Mittelalters bei unseren Feinden und Hassern wollen verschwinden sehen, dann müssen wir erst das finstere Mittelalter in unserer eigenen Mitte besiegen-Aufräumen müssen wir mit dem alten Sauerteig, mit den alten Vorurteilen, mit der alten Unwissenheit, mit der alten Beschränktheit, die unserem Volke noch als Makel der Knechtschaft ankleben. Mit der Fakel des Fortschrittes werden wir auch die finstern Schlupfwinkel der Feinde erleuchten." Am Schlüsse seiner Rede citierte Herr Dr. Caro auf der Kanzel zu Pilsen einen Satz aus unseren Monatsblättern, den Herr Rabbiner Dr. Brüll auf der Frankfurter Kanzel ausgesprochen. Wir freuen uns, daß unsere Monatsblätter, deren Gedanken auf vielen Kanzeln wiederklingen, manche gute Saat auf dürre Gemeindeäcker ausstreuen und hoffen auf gute Geistesernte. — In der Linh'schen Buchhaildlung in Trier ist erschienen: „Predigt zur Erinnerungsfeier an das 25 jährige Bestehen der neuen Synagoge, gehalten von Dr. M. S. Zuckermandl, Oberrabbiner in Trier." Herr Oberrabbiner Joseph Cahn, der ideelle Urheber des Synagogenbaues in Trier, weihte die Synagoge seiner Gemeinde, zu der am 6. Oktober 1857 der Grundstein gelegt wurde, gerade an dem Tage ein, an dem vor 97 Jahren die frühere Synagoge feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde, und es ist schön, daß man Momente wie das 25 jährige Bestehen einer Synagoge nicht vorübergehen läßt, ohne sie zur Erkräftigung und Belebung des Gemeinsinnes, der sehr erschlafft ist, einwirken zu lassen. Der gegenwärtige gelehrte Obberrabbiner Herr Dr. Zuckermandl hat als Festredner seine Aufgabe schön gelöst, indem er die Ewigkeit des Gottes-

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