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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-06-01 · Heft 6 (1.6.1885) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 6 (1.6.1885)
Date
1885-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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143 Wortes und Gottesvolkes zum Gegenstände seiner Besprechung wählte. War vor 25 Jahren der Tot der Rabbinerin Frau Kahn der bittere Tropfen in der Feier, — ihr ist die Kanzel in liebender Erinnerung geweiht — so konnte der Redner mit Recht nicht umhin, als den jetzigen bitteren Tropfen im Freudenkelche das sich Abwenden eines Teiles von Brüdern vom Gotteshause zu bezeichnen, die bekanntlich zu einer „Religionsgenossenschaft" sich zusammengethan haben. W e f e r a t e. Moses, sein Leben, Streben und Wirken und dessen kulturhistorische Kedentnug etc. etc. von Prof. Baum H. Ausl. I. Band. Leipzig, Carl Schol^tze 1885 (444 S.). Die Thora Mosis im Mosaikbilde der Kulturen der Völker des Altertums, als den glänzenden Stein durch den alleinigen Besitz der wahren Humanität und Ethik, will der Verfasser uns vorführen. Zu dem Ende beginnt er im.1. Teile nach einer ziemlich umfangreichen für den weiten Weg sorgfältig orientirenden und vorbereitenden Einleitung mit „dem historischen Stammbaum des Urmenschengeschlechtes im Allgemeinen und der Israeliten ins Besondere," belehrt uns über „das paradiesische Leben", über „die Natursittengebote des Menschengeschlechtes oder die biblische Ethik" und bietet sich uns als wolunterrichteter Führer durch „das alte Egypten". Parallel mit diesen Hauptgemälden ziehen, wie zur modernen Ausstaffierung, feuilletonartig auch in der Darstellung, unter dem Strich, nicht ganz, oft nur lose oder äußerlich mit dem Hauptthema zusammenhängende moderne Kulturbilder, vom jüdischen Geiste gesehen,- als: Heilige Orte, Kreuzzüge, Krieg, Herder und die hebr. Sprache, Geist der mosaischen Humanitätssatzungen, Frauenemanzipation, Israels Heimat, Darlehen und Wucher, Abneigung und Scheu gegen das Blut als Maßstab für die Gesittung, das eheliche Leben der Vorzeit." Durch diese Bearbeitung soll der denkende Leser den Weg geleitet werden, der durch eine auf Vernunft gegründete Ueberzeugung zur Gotteserkenntnis führt. Eine reiche Summe von Belesenheit über das Altertum dient diesem Zwecke? und wenn auch der mit der Litteratur über die Genesis und das Altertum überhaupt wolvertraute Fachmann wenig Originelles finden wird, so bieten sich dem mit Spezialstudien weniger sich beschäftigenden gebildeten Leser hier in fasslicher populärer Form die Ergebnisse der modernen Bibelstudien zusammengestellt. Dabei ist der Weg der.Kritik nicht betreten; vielmehr wurde, um die Ergebnisse der Wissenschaft mit der Bibel in Einklang zu bringen, zur Umdeutung, zur Verallgemeinerung und Symbolisirung gegriffen. Adam, Kain, Seth, Abel und Chava sind nicht Personen, sondern Begründer ganzer Generationen. Das Paradies ist „die reiche schöne Schöpfung und die weise weltliche Einrichtung Gottes, welche in Hülle und Fülle alles bietet, was das verlangende Menschenherz nur immer wünschen mag, nach was des Menschen Geist nur strebt und trachtet." „Der tugendhafte Lebenswandel ist das Mittel, die köstlichen Genüsse und die seelischen Hochgenüsse eines idealen Weltlebens zu kosten." Eben darum muß der Mensch tmzu erzogen werden. Die Schöpfungsgeschichte läßt uns auch „Natursittengevote des Menschengeschlechtes oder die biblische Ethik" — richtiger allgemein menschliche Ethik in der Bibel — abstrahiren; es sind dies Naturge-

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