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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-06-01 · Heft 6 (1.6.1885) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 6 (1.6.1885)
Date
1885-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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141 altrabbinischen Litteratur, beschäftigt sich in einer neulich erschienenen Schrift mit der Frage, ob eine wortgetreue und textgemäße Uebersetzung des Talmuds sich ermöglichen lasse. Eine buchstäbliche Uebertragung würde nach seiner Meinung an den Stellen, in denen die Pointe der Schriftdeutung nur in dem Original sich erkennen läßt, wie auch da, wo für die eigenartigen halachischen Begriffe und Technicismen ein adäquater Ausdruck in anderen Sprachen nicht vorhanden ist, den Sinn eher verdunkeln als klar machen. Die Hauptschwierigkeit bestehv aber darin, daß in den Text der einzelnen Partien der Gemara viele Nebenbemerkungen, Erläuterungen und Diskussionen eingeschoben sind, die den Zusammenhang desselben unterbrechen und doch erst bei näherer Einsicht als solche zu erkennen sind. Die Scheidung der verschiedenen Bestandteile, wie sie der Verfasser selbst in einigen talmudischen Texten beispielsweise vornimmt, ist jedenfalls als eine unumgängliche Vorarbeit für den genannten Zweck anzusehen. — Von Juda f. Landau in Lemberg ist erschienen: „Bar-Cochba, dramatisches Gedicht in fünf Akten" (hebräisch). Die heldenmütige Erhebung der Juden gegen die drückende Römerherrschaft zur Zeit des Kaisers Hadrian ist reich an gewaltigen Motiven, die sich sehr wohl zu einer effektvollen dramatischen Darstellung eignen, doch haben sich über den geschichtlichen Verlauf derselben wie über die Persönlichkeiten, die in diesem Freiheitskampfe als Führer erscheinen, so wenig ausführliche Nachrichten erhalten, daß die Phantasie des Dichters reichlich nachhelfen muß, um auf Grund derselben ein theatralisches Gemälde herzustellen. Der Verfasser, der selbst mit liebevoller Begeisterung den mächtigen Antrieb dieser Bewegung nachempfindet und, wie wir aus einer von ihm veröffentlichten Rede gegen zu weit gehende Assimilationsbestrebungen ersehen, den den inneren Lebensgeist des Judentums ertödtenden Jndifferentismus bekämpft, hat die Tendenz derselben richtig erfaßt, die sowohl in dem Aufbau der Handlung als auch in der Darstellung der Charaktere in vollem Maße zum Ausdruck gelangt. — Herr Gräber, dem wir die Veröffentlichung der höchst wertvollen litterarischen Korrespondenz Luzzattos verdanken, hat soeben das erste Heft der noch handschriftlich vorhandenen litterarischen Briefe I. L. Nappaports herausgegeben. Dieselben enthalten viele wichtige und interessante Bemerkungen, namentlich über den Sohar. Besonders gelungen ist der Nachweis, daß eine Theorie des griechischen Philosophen Alexander von Aphrodisias in demselben unter dem Namen eines Rabbi Alexander mitgeteilt wird! — Äjun Tephiüa, historische Forschungen über die Idee der Relation des Menschen zu Gott, ist der Titel eines jüngsthin von dem scharffinnigen gelehrten Abraham Krochmal veröffentlichten Werkes. Die Geschichte der theologischen Ideen des Judentums und die Entwicklung und Gestaltung derselben in den Schulen der Gesetzeslehrer, aus welchen die älteste Halacha und Hagada hervorgegangen ist, erscheint hier in einem neuen Lichte. Der Verfasser, der in der Auffassung der in ihrem Namen überlieferten Lehren und der über ihre Wirksamkeit überlieferten Nachrichten von der späteren talmudischen Auslegung ganz unabhängig ist, zeigt uns, daß in den zerstreuten Aussprüchen derselben theoretische Prinzipien enthalten sind, die ihre gqnze Denkweise und Lehrthätigkeit beeinflußten. Auch über die Lehre Jesu, dessen soterische Bedeutung für die Heidenwelt der Verfasser rückhaltlos anerkennt, wird mancher beachtenswerte Aufschluß gegeben (f. K. 5 u. 6). Mit besonderer Ausführlichkeit spricht der Verfasser sich über R. Akiba aus (K. 21), den er für die einseitige in phantastische Schwärmereien und nomistische Minutiositäten verlaufende Entwicklung des späteren Judentums verantwortlich macht. — In Irankfuri a. M. ist eine hebräische

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