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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-06-01 · Heft 6 (1.6.1885) · p. Seite 140

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 6 (1.6.1885)
Date
1885-06-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
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140 berücksichtigt. — Prof. H. f. Stroh, der seit einigen Jahren die Neuherausgabe der porta linAuarum orioutaliui» leitet, von welcher ebenfalls in kürzester Zeit der IV. Teil, arabische Grammatik, von Prof. So ein als ein neues Buch erscheinen wird und zwar in deutscher und englischer Ausgabe (für die englischen Ausgaben der porta haben Williams & Norgate in London und Westermann & Cie. in New-Iork.den Debit übernommen), hat jetzt außerdem für die Bearbeitung des assyrischen Teil's Dr. Friede. Delitzsch und für den äthiopischen Prof. Dr. Prätorius endgiltig gewonnen, sodaß nach dem Erscheinen dieser Teile, was voraussichtlich noch in diesem Jahre zu erwarten ist, die porta ein wichtiges Hilfsmittel fiir das Studium der orientak. Sprachen für Theologen und Philologen vollendet sein wird. — Ueber das bei Kr. Kieweg ä- John in Krauuschweig in sechster Auflage 1884 erschienene Buch „der Fürst aus dem Hause Davids" oder drei Jahre in der heiligen Stadt, berichtet man uns: In Form von Briefen, 39 an der Zahl, die der Verfasser, Adina, eine Jüdin aus Alexandrien, während ihres Aufenthaltes zu Jerusalem zur Zeit des Herodes an ihren Vater, einen reichen Juden in Aegypten, schreiben läßt, wird in diesem Buche, ursprünglich in englischer Sprache geschrieben, nach den Berichten der Evangelien das Leben des Stifters der christlichen Religion in ein ebenso einheitlich anschauliches wie lebendig farbenreiches Bild gefaßt. Was dieses Buch auch für nichtchristliche Leser so äußerst interessant und wertvoll macht, ist, daß der Verfasser mit genauer Kenntnis des Morgenlandes, seiner Sitten und Bräuche ausgerüstet, uns tiefe Einblicke sowohl in das Familienleben wie in das öffentliche religiöse Leben der Juden, das besonders im heiligen Tempel seinen Mittelpunkt hatte, thun läßt. Es ist immerhin lohnend und für den Leser belehrend, wenn historische Stoffe in gefälliger ansprechender Weise, sei es in Form von Briefen oder im Kleide einer Novelle, uns vorgeführt werden, weil dadurch nicht nur die Phantasie des Lesers angeregt, sondern auch seine Aufmerksamkeit auf geschichtliche Ereignisse hingelenkt wird, die ihm sonst verschlossen und unverständlich bleiben. — Das jüdische Central-Blatt, herausgegeben von Dr. Jtl. Grünwald, Rabbiner in Piseh (IV. JaHrg. I. Heft) bringt eine Geschichte der Juden in Böhmen aus der Feder des Herausgebers, in der als Quelle auch eine von Herrn Dr. N. Brüll, Rabbiner in Frankfurt a. M., angefertigte Uebersetzung eines Leidensbriefes, der über die Bedrängnisse der Juden in Böhmen vom Jahre 1741—1757 berichtet, benutzt wird, die Herr Dr. Brüll dem Herausgeber zur Verfügung gestellt hat. Interessant ist die Mitteilung, daß ein Jude Podiva, der sich später taufen ließ, die Stadt Podivin in Mähren gegründet. Die Juden trieben in Böhmen auch Sklavenhandel in der ältesten Zeit ihrer Niederlassung und man überließ ihnen diese Beschäftigung gerne, damit sie des Jenseits verlustig giengen. Die Juden standen den Christen mit Rat und That gegen die Heiden bei und bewährten sich als tüchtige Krieger. Erst mit dem Jahre 109« läßt sich mit Bestimmtheit die Niederlassung der Juden in Böhmen Nachweisen, über die die Kreuzzüge traurige Zeiten brachten. Unter der Regierung Wladislaus (1109—1125) bekleidete ein Jude Namens Zacob die höchste Ehrenstelle nach dem Herzog. — Wir wollen nicht verfehlen, darauf aufmersam zu machen, daß jetzt Gelegenheit gegeben ist, manche wertvolle Werke von Zunz, Sachs u. a. zu einem verhältnißmäßig billigen Preise durch die Ä. Kauffmann'sche Buchhandlung in fronkfurt a. M. zu beziehen. So wird z. B. das außerordentlich wichtige und gehaltvolle Werk: „Litteraturgeschichte der synagogalen Poesie von Dr. L. Zunz" von derselben für 6 Mk. 50 Pf. geliefert. — Herr M. Kriedmann, einer der bedeutendsten Kennender

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