Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1885)
- Date
- 1885-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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139 verheiraten sie, wenn sie 8—10 Jahre alt sind, und geben, entgegen der persischen Sitte, welche ein Kanfgeld der Eltern für die Braut fordert, eine Mitgift. Den Freitag feiern Alle. Am Sabbat halten sich nur die mehr als Vierzigjährigen vom Geschäfte zurück. Ihr religiöser Führer ist ein R. Mordechai, der zugleich der reichste Seidenfabrikant dort ist. Er soll mehrere Millionen besitzen. Ihn selbst hat der Correspondent nicht in seinem Hause. angetroffen, aber sein Sohn teilte ihm mit, daß nur noch 150 Familien von Pseudomohamedanern jetzt dort leben. Die andern haben sich unter dem Vorgeben der Mekkafahrt nach Palästina begeben. Die dort Wohnenden haben sechs Thorarollen und ein Talmudexemplar. Die Schule ist inder Synagoge, doch lernen die Kinder nur hebräisch lesen, jüdische Geschichte und die Vorschriften der Schechita. Alle sind sie Kaufleute, außer fünf, welche mohamedanische Geistliche sind. Mitteilungen. Herr Baron Georg v. Rosenthal in Amsterdam hat der dortigen Universitätsbibliothek 800 Hebraica und Judaica, darunter sehr seltene Stücke als Geschenk übergeben. — Herr James Darmsteter in Paris ist zum Professor der persischen Sprache und Litteratur am College de France ernannt worden. — Herr Großrabbiner Wostd in Avignon giebt eine französische Uebersetzung von Abarbanel's „Rosch Emunah“ heraus. — Unter Redaktion von I. Eibenschüh erscheint in Wien eine illustrirte Gemeinde-Zeitung, Zentral-Organ für die politischen, religiösen und Kulturinteressen der israel. Kultusgemeinden in Oesterreich- Ungarn. Dieses Blatt stellt sich die Aufgabe, die faulen Zustände innerhalb der Gemeinden rückhaltlos zu beleuchten und die eingerissenen Mißbräuche zu bekämpfen. Als belletristische Beilage ist eine „Laubhütte" beigegeben. — Unter dem Titel „Mizpah" wird in Bt. Petersburg unter Redaktion des Herrn Zedrrnbaum» Herausgeber des „Hameliz", eine illustrierte hebräische Monatsschrift erscheinen. — Bei Herrn Karl Iraenlrel in Berlin ist eine Büste Moses Mendelssohns in Metall- Imitation angefertigt worden, die in maßgebendm Kreisen als vorzüglich anerkannt worden ist. Die Büsten werden daselbst auch in Elfenbein-Masse sowie in Gyps zu billigeren Preisen abgegeben. - Herr Joseph Cohn Zedek in London beginnt mit dem Drucke ethischer Teile aus Maimonides „Jad-Hachasaka„ mit Kommentarien. Die vorliegende Probe des gelehrten Verfassers, die manche wichtige Bemerkung darbietet, verspricht Gediegenes. — Im Verlage von Jakob Japirstem in Warschau ist erschienen: „Sefer Hamassa", Reise nach dem heiligen Lande, unternommen im Jahre 5692 von Jakob Bachach aus Zialistock, in welcher der Reisende, der nach Palästina gieng, um das Land auf seine Kolonisationsfähigkeit zu prüfen, auf 121 Seiten seine Erlebnisse beschreibt. — Im Grosthrrpgtum Kaden erfcheint einige Male im Jahre ein Verordnungsblatt des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten in Karlsruhe. Neben Verfügungen, die in demselben zur öffentlichen Kenntnis gelangen, enthält dasselbe auch Personalnachrichten und Mitteilungen. — Im Verlag von H. Keuther in Karlsruhe erscheint demnächst eine Schrift von Pfarrer Glock, „die Gesetzesfrage im Leben Jesu und in der Lehre des Apostel Paulus," die dadurch von Wert sein dürfte, als der Verfasser besonders die Stellung des modernen jüdischen Gelehrtentums zu dieser Frage 13*