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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-05-01 · Heft 5 (1.5.1885) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 5 (1.5.1885)
Date
1885-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 beit ausgerechnet, daß der Koran, das heilige Buch der Mohamedaner, 77,630 Wörter und 323,015 Buchstaben enthalte. Gereizt, durch die Sorgfalt eines Andersgläubigen, unterzog sich der im Jahre 173? gestorbene Schweizer Theologe Jacob Iselin der Mühe, drei Jahre hindurch täglich acht bis neun Stunden darauf zu verwenden, die Verse, Wörter und Buchstaben der Bibel zu zählen. Er stellte fest, daß sich in derselben 31,173 Verse, 773,662 Wörter und 3.566,830 Buchstaben befinden. Das Wörtchen „und" kommt 46,227 Mal vor, der Name „Jehovah" 6755 Mal, — Der berühmte Assyriologe W. St. Cha- Hoscawen in London hielt jüngst eine Vorlesung, in welcher er den Zug Abrahams aus Ur in Chaldäa nach Palästina aus profangeschichtlichen Zeugnissen nachwies. Redner bemerkte, daß nach allen uns überkommenen Nachrichten zu schließen, die Berufung des Patriarchen Abraham und seine Wanderung nach Kanaan nicht nur für die Geschichte der Juden, sondern für ganz Westasien ein Ereignis von eingreifendster Bedeutung war. Die in Abraham's Geburtsland aufgefundene Monumente und Inschriften werfen ein volles klares Licht auf Leben, Sitten und Gewohnheiten, auf die Kriege und die politischen Zustände zur Zeit der Auswanderung des Erzvaters. Babylonien ist ein Land, in welchem stets eine Menge verschiedener Stämme und Sprachen mit einander in Berührung traten und sich einander rieben, so daß politische Umwälzungen an der Tagesordnung waren. Die beiden großen turanischen Stämme die Akkadier und Sumerier, haben viele Zeichen ihrer Anwesenheit an den Wassern der Babylonier hinterlassen. Sehr früh bereits erscheinen aber als ein drittes wichtiges Element, das sich mit der bestehenden Kultur des Landes schnell assimilirte, die nomadisierenden Semiten. Die Entdeckung der Inschriften des Akkadiers Sargon und seines Sohnes Naram Sin beweisen, daß die Semiten bereits im 38. Jahrhundert vor der üblichen Zeitrechnung die Keilschrift zur Schreibung ihrer Geschichte adoptirten, wie auch, daß dieser Teil der Bevölkerung sehr schnell zu hohem Einfluß im Lande gelangte. Die im 14. Kapitel des Genesis erzählten Ereignisse setzen uns, in Verbindung mit den neuen Entdeckungen, in den Stand, den Zug Abrahams nach Palästina genau zu bestimmen. Im Jahre 2280 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung erfolgt eine Invasion Chaldäa's durch die Elamitcn unter Kudurna Khonta, und es entstand in Süd-Chahldäa eine elamitische Dynastie. Das nächste bedeutende Ereignis ist die Thronbesteigung des Königs Khammurabi im Jahre 2120. Zwischen diesen beiden Daten fallen die in der Bibel mitgeteilten Ereignisse aus dem Leben Abrahams. Jnc Jahre 1854 entdeckte Lord Lostus in der Nähe des Residenz Nimryd's eine Reihe von Tafeln, welche über geschäftliche Unternehmungen gewisser Personen unter den Königen , Kim-Kgü und Khammurabi berichten, und beweisen, daß diese beiden Herrscher hintereinander regierten. Eine dieser Täfeln trägt das Datum:.IUm 22?ITaae des Monat Sebat in dem Jahre, da'Khammurabi, derKönia im Dienste Anu's und Bel's, siegreich zu Felde zog und den Herren von Elam und KömgWUAAu besiegte?,Dieser' König Kim-Agu auch genannt, ist mit Kroch, König von Eleassar, zu identifiziren, sein Vater Kudurmabug war Kedorleomer, Herrscher von Elam. Die Tafeln zeigen deutlich, daß eine Verbindung der vier Mesopotamischen Könige durchaus wahrscheinlich ist. Abgesehen davon, daß durch jene Dokumente, ein historischer Zeitpunkt genau bestimmt wird, beweisen dieselben ferner, daß zu jener Zeit in Chaldäa eine bedeutende semitische Bevölkerung vorhanden war, deren Namen und Sprache mit der hebräischen innig verwandt ist. Einige der Tafeln sind in babylonischem Semitisch abgefaßt. Der Vortragende wies noch

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