Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-05-01 · Heft 5 (1.5.1885) · p. Seite 116

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 5 (1.5.1885)
Date
1885-05-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969726-2969732--1355-2971811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

116 Eigentümlichkeiten, welche die Juden hindern dankbar zu sein. Doch hat es deshalb den Juden zu keiner Zeit an opferfreudigen Führern gefehlt und Korah ist untergegangen. — In Hamburg hielt Herr Di-. Prager einen Vortrag über Josephus, in dem er den demselben gemachten Vorwurf der Verräterei nicht gelten läßt. Herr Prof. Ms sprach in derselben Stadt iiber die Juden in der englischen Dichtung. In Hannover sprach Herr Dr. Kayserling über den Talmud und seine Verfolger, in Mannheim Herr Dr. Kteckelmacher iiber die Mäcenität in der jüdischen Geschichte. Die Gründung eines jüdisch-wissenschaftlichen Vereins in dieser Gemeinde steht in Aussicht. — In Trier hielt Herr Oberrabbiner Dr. Zuckermandel einen Vortrag über „Maimonides" und im wissenschaftlichen Verein einen über die „Tosefta". — Herr Rabb. Dr. Levin aus Cablen; sprach in Trier über „Der Adel in Israel", Herr Ziegm. Mayer über „Neuhebräische Poesie in der maurisch-spanischen Periode" und über „Das talmudische Recht" und Herr Lehrer Uußbanm über „Uriel Acosta in Geschichte und Dichtung." — Am 21. Februar wurden die Vorträge im Afike-Jehuda- Verein in Prag geschlossen. Herr Dr. H. Ehrenreich sprach über die kulturgeschichtliche Bedeutung des Hauses im jüdischen Altertume. — Am 23. Februar fand in der Seminar-Synagoge zu Breslau die Gedächtnisfeier für den sei Oberrabbiner Dir. Dr. Zacharias Lranbel statt. Der Kandidat der Theologie, Herr Dr. Graubart, sprach über des Verstorbenen Werk „Darke Hamischnah". — In der Nähe von Zappe, auf einem Grundstücke, das ein russischer Archimandrit gekauft hat, um eine Herberge für russische Pilger zu errichten, hat man ein Gräberfeld mit Höhlen und Nischen aufgefunden, mit vielen Grabsteinen griechisch und hebräisch beschrieben. Geburts- und Todestag ist nirgends zu finden. Dagegen die Namen der Verstorbenen mit Hinzufügung des Familiennamens und des Vaters und der Bezeichnungen Kohen, Levi. Auch sind in griechischer Sprache rühmende Bezeichnungen der Verstorbenen wie „ehrlich", „beliebt", oft auch „heilig" anzutreffen. Auf einigen Steinen findet man siebenröhrige Lampen abgebildet. Fast alle Grabschriften, auch die griechischen, haben zu Ende das hebräische Wort „Schalom", welches „Friede" bedeutet. Viele von den Steinen sind nach Europa geführt worden, viele sind bei den russischen Priestern geblieben, einige kamen zu dem in der Nähe von Joppe wohnenden Baron Ostinoff. Der interessanteste Grabstein, 1 Elle lang und 1U Elle breit, ist der, welcher nach der Inschrift als der Grabstein K. Zrhudah's, des Sohnes R. Tarfons erkannt wurde, welcher auch R. Juda von Joppe genannt wurde. Auch R. Tarfon, wohnte in Lydda in der Nähe von Joppe. — Von Breslau ist uns der achtzehnte Jahresbericht der hebräischen Unterrichtsanstalt über das Schuljahr 1884/85, die unter Leitung des Herrn Dr. P. Peustadt steht, zugegangen. Wie aus den Schulnachrichten zu ersehen ist, wurde ein Montefiore-Verein gegründet mit dem Zwecke, armen Kindern zum Besuche höherer Lehranstalten, Unterstützung zu gewähren. — Wie „Hamelitz" berichtet, wurde in Krrmenrh der fünfundzwanzigjährige Todestag Z. B- Leweujtein's, des Mendelssohns Rußlands, gefeiert. Es wurde aus diesem Anlasse nach Art des deutschen Mendelssohn- Vereins die Gründung einer Bibliothek -angeregt und der Ankauf des Wohnhauses des verdienten Toten beschlossen. Herr Redakteur Zedernbaum in ZI. Petersburg geht mit dem Gedanken uni, eine Zentralhalle für den jüdischen Buchhandel zu gründen. In der That wäre es an der Zeit den Buchhandel, besonders was Hebraica anlangt, zu organisieren. — Im vorigen Jahrhundert hatte ein frommer Bekenner des Islam nach jahrelanger Ar-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.