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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-05-01 · Heft 5 (1.5.1885) · p. Seite 105

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 5 (1.5.1885)
Date
1885-05-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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105 Gemeindesitzungssaale in sein Amt als Rabbiner in Vromberg eingeführt. Am 31. März hielt er seine Antrittspredigt in der Synagoge. — Die „deutsche Reichsloge" in Berlin feierte am 15. März in den Räumen der Gesellschaft der Freunde ihr drittes Stiftungsfest. — In Sierdt in Lothringen wurde am 20. Februar eine Synagoge eingeweiht; in Mehlsack begieng man am 16. Februar das Fest des 25 jährigen Bestehens des dortigen Gotteshauses. Am 14. März sind es 25 Jahren geworden, seitdem die Haupt-Synagoge in Tranlrfurt a. W. eingeweiht wurde. Bei dem bedauerlichen Rückgänge aller besseren Bestrebungen auf jüdisch-religiösem Gebiete in Deutschland hielt man es selbstverständlich für geraten, diesen Tag ohne Sang und Klang vorübergehen zu lassen. — An Stelle des verstorbenen Dr. Lurae wurde Herr Dr. Weigert aus Leipsig als Docent an das Senckenberg'sche Institut nach frnnkfurt a. M. berufen. Seiner Anstellung als ordentlicher Professor stand sein Bekenntnis als Jude entgegen. — In Weh -. starb am 12. März der Oberrabbiner Zsaac fllgort im Alter von 57 Jahren und in Altona im Alter von 96 Jahren der Klausrabbiner Äecheslrel Kafaelfohn, aus der Schule Rabbi Akiba Egers stammend. Der Zauberkünstler Bellachim wurde am 27. Januar auf dem jüdischen Friedhofe in Weißensee bei Berlin begraben. Aus Berlin schreibt man uns: Am 12. März wurde in Posen der Schwiegervater des Herrn Rabbiner Di'. Perles in München, Herr Baruch Kchefftel, zu Grabe geleitet. Der Verstorbene war zwar blos ein Kaufmann, aber von jener alten guten Art, die ihre Mußestunden wissenschaftlichen Studien zuwandte. Vor etwa drei Jahren veröffentlichte er eine größere Arbeit über die Massora zum Targum. In seinem Nachlasse befindet sich ein größeres fast druckfertiges Werk über diesen Gegenstand, das durch seinen gelehrten Schwiegersohn herausgegeben werden soll- An seiner Bahre sprachen Herr Rabbiner Dr. Ieilchenfeld und Rabbiner Dr. Perles ergreifende Worte des Abschied's. — Am 1- März feierte Fräulein Sara Lißmann in Wevelinghofen ihren hundertsten Geburtstag und am 14. Februar die Maier Hannauer'schen Eheleute in Kichen das Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Die seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen den städtischen Behörden und der Anselm Salomon von Rothschild'schen Stiftung in Irankfurt a. M. wegen Erhaltung des von Rothschild'schen Stammhauses in der Judengasse haben nunmehr dahin ihren Abschluß gefunden, daß die Rothschild'sche Stiftung die Grundfläche der Häuser 147 und 148, sowie eines Teils von Nr. 146 und 149, im Gehalte von 1 ar 91.50 qm oder 2364 Quadratwerkfuß zum Preise von 35,460 M. unter Uebernahme aller Kosten erwirbt, ferner die Gebäulichkeiten 145—149, von welchen Nr. 145, 146 und 149 niederzulegen sind, zu dem Preise von 1000 M. übernimmt. Das von Rothschild'sche Haus (Nr. 148) hat mit dem Nachbarhause Nr. 147 einen gemeinschaftlichen Giebel und stimmt auch im Uebrigen mit demselben überein. Es werden daher, um das häßliche Aussehen eines halben Giebels zu vermeiden, beide Häuser zu erhalten sein. Ob ein Zurückschieben des Gebäudes im Ganzen ausführbar ist, steht noch nicht fest. Sollte dies nicht der Fall sein, so soll die Vorderfayade der Gebäude soweit zurückversetzt werden, daß das massive Erdgeschoß in die neue Straßenfläche, welche um etwa 1.25 M. zurückliegt, kommt. Die Wiederherstellung der Fayade soll in der Weise erfolgen, daß dem Ganzen der ursprüngliche historisch interessante Charakter wiedergegeben wird, insbesondere soll das alte Holzfachwerk wieder sichtbar gemacht werden. — Zum Andenken an den Landesrabbiner Prof. Her;feld in Braunschweig haben dessen Kinder eine Stiftung zu Gunsten der Wittwen und Waisen von Lehrern des Landes in's Leben ge-

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