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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-03-01 · Heft 3 (1.3.1885) · p. Seite 69

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 3 (1.3.1885)
Date
1885-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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69 Hleserale. Schnarr Sion, Beitrag?ur Geschichte des Zudentums bis zum Zähre 1372 von Rab. Jsaac de Lattes, mit Noten und einer Einleitung versehen von Salomon Buber, Jaroslou, Gräber, 1885. Diese Schrift, die der Herausgeber dem Lemberger Rabbiner Dr. Löwenstein anläßlich seines vierzigjährigen Amtsjubiläums als Festgabe widmet, hat auch für weitere Kreise besonderes Interesse, indem sie uns mit einem bisher nur wenig zugänglich gewesenen historischen Documente bekannt macht, das zahlreiche, in anderen Quellen nicht vorhandene Nachrichten über die litterarische Thätigkeit der jüdischen Gelehrten der Provence im Mittelalter enthält. In neuerer Zeit wurden zuerst durch Zunz (z. Gesch u. Lit. S. 478 ff.), die wichtigeren Daten aus demselben mitgetheilt. Nachher wurde der Originaltext in der Beilage zum Magazin für Wissenschaft des Judentums von Berliner und Hoffmann veröffentlicht. In der nun von Herrn Buber veranstalteten neuen Ausgabe erhalten wir denselben in einer kritisch revidierten korrekten'Fassung, deren Herstellung auch durch die vielen Fehler, die sich an ihm bemerkbar machen und von' dem Herausgeber teilweise in einem früher erschienenen Aufsätze (Magazin 3, 228 - 229) berichtigt wurden, geboten war. Der Herausgeber hat aber wie dem Texte auch dem Inhalte dieser Schrift, die die Vorrede zu einem 1372 verfaßten encyclopädisch angelegten Werke von Jsak b. Jakob de Lattes bildet und in summarischer Kürze eine specielle Aufzählung sämmtlicher Persönlichkeiten, durch welche die Lehre des Judentums von ihrer Entstehung an bis zur Zeit des Verfassers fortüberliefert wurde, darbietet, sorgfältig geprüft, die einzelnen Angaben auf ihre Quellen zurückgeführt und mit anderweitigen Berichten verglichen und auch sonst belehrende Nachweise über die in derselben namhaft gemachten Gelehrten des Mittelalters geliefert. Heber den Verfasser selbst giebt die Einleitung nähere Auskunft. So haben wir denn Herrn Buber, dem in allen seinen litterarischen Arbeiten die umfassendste Sachkenntnis zu Gebote steht, wiederum eine Publikation von bleibendem Werte zu verdanken. Moralische Betrachtungen über jeden der 54 Mochenabschnitte des Pentateuch, nebst einem Anhang verschiedener Erklärungen und Midraschim von Gottlob Brausch, Breslau 1884. Das Werk ist entsprechender als sein langweiliger Titel und zwar brauchen wir nur den Verfasser und die Tendenz seines Buches dem Leser vorzuführen, um ihn sofort wohlwollend für Beide zu stimmen. Der Autor, ein Greis von fünfundsiebzig Jahren, hat die hundert Blätter bei völliger Blindheit in die Feder diktirt, als Vorläufer eines größeren Werkes, nämlich einer gereimten Uebersetzung des ganzen Pentateuchs, die alsbald erscheinen soll. Und welchen Zweck hat dieses Buch, über welches der greise Gelehrte unser Gutachten wünscht? das Lesen in der Thora zu fördern unb den Gottesglauben, die Liebe zum Judentum im Leser zu befestigen,-eine sehr fromme und löbliche Tendenz, wie man sie bei einem betagten Manne aus der alten Schule gerne sieht. Der Verfasser, ein Breslauer Insasse, der in ein Pseudonym sich hüllt, schreibt nicht um Lohn, sondern blos honoris causa, oder ich möchte sagen, religionis causa, denn sein

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