Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-03-01 · Heft 3 (1.3.1885) · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 3 (1.3.1885)
Date
1885-03-01
Page
Seite 67 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969726-2969730--1304-2971758
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

67 oder Jsmael der Träger des Geschlechtes Abrahams sei. Unter Anderem warfen die Mohamedaner den Christen vor, Jesus hätte die Religion Abrahams verlassen, weil er die Beschneidung aufgehoben, worauf die Christen die Beschneidung mit rohem, die Taufe mit gekochteiu Reise verglichen. Auch die Opferung Isaaks wollten die Muhamedaner nicht gelten lassen, und meinten Jsmael sei es gewesen. Bei der Geburt Jesu wollte es ihnen nicht eingehen, daß der Sohn Gottes Mensch geworden, weil dann Gott auch eine Frau haben müßte — Die Pariser National-Bibliothek hat einige Jncunablen aus dem 15. Jahrhundert erworben: Psalmen mit einem Commentar Kimchi's (1477), Bedarschi's „Bechinath Oleam", commentiert (1484); Mikre Dardeke, ein hebräisch-arabisch-römisches Wörterverzeichnis (I486); Ramban zum Pentateuch (1489). — Von Herrn Musikdirektor David Rubin in Prag ist wieder ein Bogen Synagogengesänge erschienen mit Piecen für den Versöhnungstag. - In einer vergleichenden Skizze zwischen Händel und Dach bezeichnet Dr. Kalischer ersteren als den Componisten des alten und letzteren als den des neuen Testamentes. Während die homerischen Helden bei all' ihren glorreichen Thaten nur ihre eigene Ehre im Sinne haben, führen die biblischen Helden alle ihre Werke im Lichte der Gottesidee aus. Dieser vom Persönlichen losgelöste Schinimer des Ewigen ist es allein, der all' ihrem Handlen eine eigenartige höhere Weihe verleiht. Händel selbst war durchtränkt von diesem Heldentume im Lichtgeiste Gottes. Dieses gänzliche Erfülltsein von solchen Ideen übertrug sich auf seine Musik, die dadurch durchweg den Stempel des Episch-Religiösen an sich trägt. — Der frühere Preußische Finanzminister v. Bitter schreibt im „Magazin" für die Litteratur des In- und Auslandes gelegentlich eines Referates über Ferdinand Hitlers Erinnerungsblätter: Welchen Erfolg hat das von Richard Wagner mit so viel Emphase in Scene gesetzte Judentum in der Musik gehabt? Ist Mendelsohn deshalb uns ein weniger ausgezeichneter Componist geblieben? oder sind Meyerbeer's Opern von der Bühne verschwunden? Ich habe nichts davon bemerkt und meine, daß in der Kunst weder Race noch die Nationalität entscheidend ist, sondern nur der Werth des Kunstwerkes selbst. — Aus den Dezember und Juanuarheften „Magyar-Zsido %mle" (Ung. Jüd. Revue), herausgegeben von Wilhelm Bacher und Äoses Bünocst heben wir hervor: A. Hochmut!): Der Talmud (Schluß); A. Rosenberg,: Ueber die. Lehre der zwöf Apostel; M. Dessaurr: Zum Makhgbäerfeste; I. Kirr;: Der Unterricht aus Religionslehre und Biblischer Geschichte in der Volksschule; M Klein: Die Agada; M. Bacher: Die Litteratur der heil. Schrift und der jüd. Wissenschgft i. I. 1884. #. Kecskemeti: Drei Hochzeitslieder von Juda Halewi; L. Palüc;y: Der Zustand der Bildung in Ungarn, mit besonderer Beziehung auf die Juden, (VI. Artikel), die jüdischen Toten des Jahres 1884; L. Bloch: Die Juden in Galizien und der Bukowina; Helene Goldsther: Der Religionsunterricht in der Mädchenschule; Brief eines zum Judentums übergetretenen Sabbattariers in Adrianopel aus dem Jahre 1778. — Im Verlage von Iran; Benjamin Auffahrt in Frankfurt a. M. ist erschienen : Morgenläudische Bilder in abendländischem Rahmen, Talmudische Parabeln, Gleichnisse und Erzählungen ausgewählt und metrisch wiedergegeben von Rabbiner Dr. Leopold Stein (Aus den nachgelassenen Schriften des Verfassers 187 S., Preis 2 Mk.) Diese Schrift enhält 48 Piecen, wovon sich 35 an haggadische Stoffe anlehneu. Rabbi Akiba wird Seite 19—48, Hillel Seite 73—76, Salomo und Aschmodai Seite 129 152 behandelt. Stein hat den poetischen Gehalt der Haggadah warm nachempfunden und in schöne Formen zu 6*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.