Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1885)
- Date
- 1885-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Schute gelernt habe. — Nach einer Veröffentlichung im „Annuar Pentru Israelit" in Bukarest befindet sich im Staatsarchive zu Wien ein Document aus dem Jahre 1591, aus welchem hervorgeht, daß ein Jude Namens Cmannel im Jahre 1589—1592 Woiwode der Moldau gewesen sei. — In der unter dein Titel „Passegiata per Triefte" (Spaziergang durch Triest) von Antonio Tribel herausgegebenen Geschichte der Stadt Triest wird das erste Mal auch die Geschichte der dortigen Juden quellenmäßig behandelt, die schon im Jahre 949 daselbst wohnten. Auch die jüdischen Grabschriften dieser Stadt sollen demnächst . geschichtlich verwertet werden. — Von Herrn Solomon Buber in Lemberg wird der „Tanchuma" mit Einleitung und Commentar erscheinen. — Herr Z. Sack aus St. Petersburg hat ein Werk „Religion Alt-Israels" veröffentlicht. —Prof. Di'. Ealing hat in Tema (Jes. 21,14) einen Stein mit aramäischer Inschrift entdeckt nebst dem Bilde des Königs Schapiab, den Enting in das achte Jahrhundert vor Christo versetzt. In anderen Ortschaften wurden 30 nabatäische und 55 himjarische Inschriften aufgefunden. — In Wien wurde von einem armenischen Antiquitätenhändler eine Keilinschrift zum Verkaufe angeboten, aus einer Ruine bei Pan aus dem 8. Jahrhundert vor Christo stammend, da Sardnr II., der daselbst genannt ist, ein Zeitgenosse Tilgtat-Pilesers II war. Durch ein neues Jdeogram (Begriffszeichen) und durch zwei neue Wörter wird das Vocabularium der Van-Sprache bereichert. — Von M. N. Golubow ist eine 350 Seiten starke Schrift in russischer Sprache erschienen über das Institut des Asyls bei den alten Hebräern im Zusammenhänge mit dem mosaischen und talmudischen Kriminal- und Staatsrecht und im Vergleich mit dem Asylinstitut bei den Griechen und Römern. — In dem jüngst ausgegebenen Hefte der Allgemeinen Deutschen Biographie findet sich eine Lebensbeschreibung Ä. N. Mannheimers von Rabbiner Dr. U. AM. — Der vom jüdisch-theologischen Seminar in Breslau ausgesetzte Preis über das Thema „Die Stellung der Sklaven bei den Juden in rechtlicher und gesellschaftlicher Beziehung" wurde dem Candidaten I. Winter zuerkannt. — Der Verein „Schomer Israel" in Lemberg giebt alle 14 Tage ein polnisches Blatt „Jsraelita" heraus- Der Redakteur des hebräischen Theiles der Zeitschrift „Ojczyzna", Herr L. Bernfeld, giebt eine polnische Grammatik in jüdischer Sprache mit hebräischen Buchstaben heraus, um die orthodoxen Juden mit der Landessprache vertraut zu machen. — Wie Dr. Mankos bei dem in Bukarest stattgesundenen Congresse rumänischer Aerzte in einem Vortrage nachwies, sterben Juden in Rumänien zwischen 20 und 50 Jahren. Auch Prof. Dr. Ielir hat in Berlin am 22. September bei einem zur Zeit der Hygiene-Ausstellung daselbst gehaltenen Vortrage „Ueber die sanitären Zustände Rumäniens" diesen Punkt betont. — In Berlin haben die Antisemiten unter dem Titel „Der Talmud" in 450,000'Exemplaren Rohling'sche Sätze abgedruckt, von welchen bereits 50,000 vertheilt sind. Vertheidigungsschriften für die Inden müßten auch massenhaft unter das Volk gebracht werden, damit solche Stimmen wirkungslos verhallen. Ueberhanpt müssen die Juden mehr für ihre Litteratur thun. G. Wolf in Wien schlug zu diesem Zwecke in einem Aufsatze überschrieben „Der Bücher Noth" vor, daß ein Prozent der jüdischen Gemeindesteuer zur Herausgabe und zum Ankäufen von Werken auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft verwendet werden soll. — Bei einer in Kundapur in Indien am 3. März v. I. stattgesundenen Religionsdisputation zwischen Muhamedanern und Christen auf der Veranda eines Brahamanen spielt die Genesis eine Hauptrolle. Es handelte sich darum, festzustellen, ob Isaak