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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-02-01 · Heft 2 (1.2.1885) · p. Seite 34

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 2 (1.2.1885)
Date
1885-02-01
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
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34 Die Juden miissen nicht aus demselben Grunde an ihren alten Gesetzen festhalten, aus welchem die andern Völker bei den ihrigen verharren, sie vielmehr wären höchst strafwürdig, wenn sie die Vorzüglichkeit und Verläßlichkeit ihrer Gesetze nicht anerkennen. Celsus sage, was er will, die Juden sind doch weiser und verständiger nicht nur als der gemeine Momn, sondern selbst als jene, welche sich „Weltweise" heißen. (0i'iK6O68 äs Principiis üb II. c. 4.) Unsere Gegner dürfen sich nicht darauf stützen, daß dem Gotte des Alten Testamentes Zorn, Reue und alle die Affekte zugeschrieben werden, denn auch im Neuen Testament kommen derlei Dinge vor (wie Luc. 19). Solche Ausdrücke wollen auf eine der Gottheit entsprechende Weise aufgefaßt werden." (Das. Kap. 5.) „Allein man findet Beweise von Güte bei dem Gotte des Alten Testamentes und Beispiele der Strenge 'bei dem des Neuen Testamentes. Natur und Vernunft lehren uns, daß es mit der Würde der göttlichen Natur durchaus nicht verträglich ist, Gott als gütig ohne gerecht, oder als gerecht ohne gütig zu denken." Auch die Kommentarien des syrischen Kirchenvaters Ephraem, Diakonns von Edessa, gest. 378 sind mit Elementen der talmudischen Agada gefüllt' die er von einem jüdischen Lehrer „Ebroi" empfangen habe. Selbst die Sage, daß das von Gott dem ersten Menschen geschaffene himmlische Gewand von diesem auf Seth, Methusalem und Sem sortgeerbt wurde, welche es als Priesterkleid getragen — eine Sage welche in dem semitischen Stamme inne wohnenden Bewußtsein eines weltgeschichtlichen Berufes als Priesterstamm ihren Ursprung hat — liest man bei Ephraem (Opp. I. p. 2, 115 B). Ebenso wird die talmudische Agada von dem Kirchenvater Justin Martyr, der wider das Judentum polemesirt, gekannt, und hätte er nur den einzigen Satz aus dem Talmud zitirt (Dial. contr. Fr. Kap. 8 p. 32 ff.) „Daß die Tugendhaften der Heiden der ewigen Seeligkeit teilhaftig werden", (Sanh. 105 a.) so konnte sein Charakter gewürdigt werden. K-ronik der Hagesereignisse im Judentums. Am 25. Dezember, Vs 9 Uhr morgens, starb zu Bernburg im 84. Lebensjahre Landrabbiner Dr. Jalomon Herrheimer. Die Trauerfeier fand im Tempel daselbst am 28. Dezember statt. Neben Dr. Maybanm-Berlin sprachen auch die Herren Dr. Iröhlich-Halle, Weiße-Dessau. — In Berlin verstarb Dr. meä. Ä. Icheye, als Schriftsteller und Förderer wohlthätiger Vereine vorteilhaft bekannt. — Bei der Aufrichtung des Grabsteines Eduard LasKers am 5. Januar sprachen neben Rabbiner Dr. Krankel auch Kickert und Baumbach. — ') Vgl. Dr. Gerson, die Kommentarien des Ephr. Syr. Lengerke, äe Ephraim» Syri arte hermeneutica über.

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