Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1885)
- Date
- 1885-02-01
- Page
- Seite 33 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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33 das Wort. Mit der zersetzenden Schärfe seiner geistigen Überlegenheit löste er auch den Knoten der Anklage und mit seiner hinreißenden Beredsamkeit bewirkte er die Freisprechung des Angeklagten. Das war sein erster Schritt, mit dem er in die Öffentlichkeit trat. Bald darauf 1817 starb sein Vater, David Cremieux, und hinterließ eine Schuldenlast von 24,000 Fr. Isaak Moise, der tflttt Adolf Cremieux sich nannte, bezahlte die Gläubiger. Der Sohn verließ betrübten Herzens den Grabeshügel seines inniggeliebten Vaters und suchte Trost in seinem hohen und schönen Berufe. Kirchenväter und christliche Hekeyrte üßer Hakmudisten und den Hatmud. Bon A. Löwit. Die Kirchenväter insbesondere Origenes nud Hieronymus in der Schule der Talmudlehrer. Der heilige Origenes verschmähte es nicht, bei einem Talmudjuden in die Schule zu gehen, über schwierige Stellen der Bibel bei ihm Rat zu holen. Seinen talmudischen Lehrer nennt Origenes den Patriarchen Jullos oder Huillus (Selecta in Psalmos 1. S. 414.) und er gesteht es oft, daß der Jude sein Lehrmeister war in der Kenntnis der richtigen Schriftauslegung, daß er während seines abwechselnden längeren Aufenthalts in Judäa viel erfahren habe. Als er die Psalmen kommentiren wollte, gab er sich Mühe von einem Juden das Verständnis derselben vermittels der Tradition sich eröffnen zu lassen. (Orig, epist. ad Africanum 7, Contra Celsum I 45; 55, 56; II 31.) In Origenes lebte noch das Bewußtsein, daß Christentum und Judentum zusammengehören und von einander nicht zu lösen sind. „Wir haben schon früher" (so sagt er in dee Schrift Contra CeU.) „nachgewiesen, wie vorzüglich und bewunderungswürdig der jüdische Staat, so lange noch die Stadt und der Tempel Gottes stand, eingerichtet gewesen. Wer über die Absichten des jüdischen Gesetzgebers gründlich Nachdenken und seine Gesetzgebung mit denen der übrigen Welt vergleichen will, wird finden, daß kein Volk der Welt mehr als das jüdische bewundert zu werden verdient .... Hier kannte man keine Kampfspiele .... duldete man keine Weiber, die sich jedem Wüstling preisgeben. Ünd welch ein Glück war es, daß dieses Volk von frühester Kindheit erzogen wurde, seinen Geist über alles Sinnliche zu erheben, zu glauben, daß Gott in seiner Unkörperlichkeit nur rein geistig gefaßt werden könne! Wie nützlich, daß dieses Volk die Lehren von der Unsterblichkeit der Seele, von den Strafen und Belohnungen im Jenseits, mit der Muttermilch einsog und es fast noch früher begriff, als es recht sprechen lernte .... Ein Volk, das Erbe und Eigentum Gottes genannt wird, mußte dies thun .... A