Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1885)
- Date
- 1885-02-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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28 .3n ber ...!itrfieffijc&en Universitätsstadt vervollständigte er seine allgemeine Mldung, er hörte PHwfoMe, Pädagogik, Geschichte, niorgenländische Sprachen während dreier Jahre,danntväiMe'ersich, von der herzoglich Nassauischen Regierung mit einem Stipendium, bedacht,., nach GöttingeN, hauptsächlich Orientalia '«-studierend. — Nach einer Prüfung, welche er.aR 8. Mai 1827 vor dem Pro- MWalrabbiner und Präses des.tursürstl. israel. Vorsteheramtes der Provinz als Canditat der Philosophie upd der tuösaischen Theologie mit dem Prädikat „sehr gut" bestand,,ward er zum Amte eines israelitischen Religionslehrers vollkommen fähig erklärt und trat, von der kurfürstl. Regierung bestätigt, am Rüsttage des israel. Neujahrsfestes 1827 die mit 150 Thalern, freier Wohnung und Heizung Wii-tp Afsssis,inn8i>h^-^l->lle in Eschweae cm. Er unterrichtete nicht nur die ihm anvertrauten Schulkinder^ sonvern hielt " auch vor seiner Gemeinde „religiöse Erbauungsvorträge", die sich allgemeinen in Rotenburg eine Rabbinatsprüfung „sehr autund am 2. Februar 1330ward ihm auf Grund, seiner akademischen Zeug'mM und^semeH^aKWtsdiplome das uLZMKraWnat übertragen. Am 16. November 1830 promovirte er zu Marburg unter dem Rektorate des Prof. vr. Valentin Adrian. Seinerkurzen Thätigkeit in Eschwege verdanken wir sein später so beliebt gewordenes, in zahlreiche israelitische Schulen eipaesührtes Rpli gs onsbuck l .^ssoäe ha-thora“Glaubens- und PflichtenlehrefürrsraelmscheSchulen, W. ÄupstlWä'.s Mag man über systematischen Religionsunterricht, über welchen die Akten noch lange nicht geschlossen sind, denken, wie man will, von dem Philosophieren vor Schulkindern wenig Erfolg erwarten — das wird man nicht in Abrede stellen . können, daß der „Herxheimer" in der Hand gediegener Lehrer seinen Zweck erfüllt hat und ferner erfüllen wird. Heute ahnt keiner, mit welchen Schwierigkeiten die Abfassung des Religionsbüchleins verknüpft war. Vernehmen wir darüber den Autor selbst:^ „Eine systematische Glaubens- und Pflichtenlehre, welche die Jugend mit dem Wesen der väterlichen Religion, mit Licht und Wärme, so faßlich und so kurz, jedoch so vollständig als möglich bekannt macht — ist zu religiös sittlicher Erhebung Israels unentbehrlich und wird von der Zeit dringend gefordert. Der Ausarbeitung einer solchen Schrift stellen sich aber die größten Schwierigkeiten in den Weg. Wie so vielem vorhandenen Stoffe — einem so großen Körper ein so enges Kleid anpassen? Wie Stoff und Ausdruck wählen, um zugleich zu wirken gegen zwei entgegengesetzte Ansichten und selbst gegen eine gleichsam amphibische dritte?" Herxheimer hat diese Schwierigkeiten zu lösen verstanden, hat „überall eine erleuchtete und herzliche Frömmigkeit zu fördern gesucht", hat bei aller Kürze eine lebensvolle Arbeit geliefert, die Quellen des Heils der Jugend geöffnet und tausenden von Lehrern mit dem Zuruf: „Hier habt ihr Samen!" (1. B. M. 47, 23) die erziehliche Thätigkeit erleichtert. Herxheimers eigentliche fruchtbringende Thätigkeit als Pädagoge, Kanzelredner und Schrifterklärer datirt von dem Jahre 1831, der Zeit seiner Berufung zum Landesrabbiner für Anhalt-Bernburg. (Forts, folgt.) *) Jesode lia-tkora, Borr. zur 1. Aust — Für die wieder auf die Tagesordnung gesetzte Religionsbuchfrage vgl. Herxheimers Bericht über den Religionsunterricht HL ff. in den Verhandlungen der ersten israel.-Synode in Leipzig (1869) S. 232 ff.