Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1885)
- Date
- 1885-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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27 dieser Richtung der Gelehrte und Schriftsteller Michael Creizenach in Mainz. Er erblickte seine Lebensaufgabe darin, feine GlNbensgetMsfen, zuvörderst M ' der engern Heimat, durch Gründung von Schulen, erbauende und belehrende Vorträge, dann hauptsächlich durch litterarische Thätigkeit') geistig zu emanzipieren. Gern nahm er sich darum jener an, die dereinst als Lehrer in Israel seine Ideen von der Entwicklungsfähigkeit des Judentums ausbilden und verbreiten konnten. Sn., ward unter Anderen auch Herxheinier sein Schüler und schritt von den Anfängen des Deiitschen — Lesen haste er erst im zehnten Jahre in Dotzheim gelernt — und AraHösischeNsMld"svwet^M^ daß er, källm 17' Jahr 'alt, sich stark geMg fuMe," elne'HaüAehrerstelle Zu Herborn im Naffauischen zu übernehmen. Wie gern hätte" "er" ohne Unterbrechung an den Quellen der'Wissenschaft seinen Durst gelöscht — Armut und Dürftigkeit zwangen ihn zu Leben fristender Thätigjkt--.DasE-W^eutU-jüdischen Lehrers K f Tfit wertes. D i e Männer, denen man das Teuerste, die Kinder, die Zukunft « Israels anvertraut, sie, die der Jugend verläßliche Waffen für den Kampf gegen Rassen- und Glaubenshaß geben sollen, sie, die in kleinen Orten die wichtigsten Vertreter des Judentums sind, müssen nicht selten — geringgeschätzt und erniedrigt — darben und einer trostlosen Zukunft entgegenzittern. So heute! Und vor 60—70 Jahren? War damals der Lehrer nicht der Knecht der Knechte? Die hergelaufenen unlautern Elemente des Lehr- und (das Schächten rechtfertigt die Bezeichnung) Nährstandes fühlten das nicht, wohl aber die für . ihre Ideale begeisterten, in Selbstverleugnung starken Jünglinge, die — zu Ehre des Lehrerstandes sei es gesagt! — nicht wenig zur geistigen Befreiung der deutschen Juden, zur Schöpfung befriedigender Lebensverhältnisse beitrugen. Herxheimer mag in seinem ersten selbständigen Wirkungskreise so manchem Vorurteil begegnet, so mancher Lieblosigkeit und einer den neumodischen Lehrer scheel betrachtenden Hartnäckigkeit ausgesetzt gewesen sein. Er verstand es aber, sich seine Position zu schaffen. Alle Vorurteile gegen den Lehrerstand hat er während seiner Herborner Wirksamkeit (1818—1824) durch sein vorzügliches Lehrtglrnt, seine Beharrlichkeit und seine Erfolge zerstreut, wie dies das Zeugniß„,dK Gemeindevorstehers vom 12. März 1824 anerkennt: „. . . . Er hat stch'öurch die Erziehung der Kinder zu echt frommen und redlichen MenschM-Mn ewiges Denkmal der Dankbarkeit in den Herzen der Gemeinde gesetzt.*" Bei der Sorge für Andere vergaß er, der Hillel'schen Weisung achtend/nicht an sich selbst; seine wissenschaftliche Vervollkommung war sein höchstes Ziel und „lehrend lernte" er. Gleich Tausenden vor und nach ihm hat er mit selbstverleugender Hingabe sich zu den Höhen der Wissenschaft emporgearbeitet. Trotz. eNW^MMMMl., -■ Lehrthätigkeit ist er Schnst für Schritt in seiner Ansbildung vorgeäanaxn, hat fHneT'XffitfHtffnjeirW 23.. Lebensjahre unter die Zahl der akademischen Bürger Marburgs ausnehmen zu laMn7/'BNeZ''v'er8ankke'*er "ftknem 'ü'KnkMgten Willen, 'feinem ilneMMllcheri Reiße,' seinein^WeMt Eifer, das Meiste aber den menschenfreundlichen vortrefflichen Ochkern, welche an dem äü's'der' alten Herborner Universität 1817 geschaffenen >tzoangel.-theol. Seminar dozierten. *) Geist der pharisäischen Lehre, Mainz 1824; Schülchan Aruch, Franks. 1833—40; 32 Thesen über den Talmud, Franks. 183 l; Aufsätze in Geigers Zeitschrift; Zion — in Verbindung mit Jost — Franks. 1841 —42 u. v. A. 3*