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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-01-01 · Heft 1 (1.1.1885) · p. Seite 22

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 1 (1.1.1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 36289 Juden. — Cav. Prof. Guiscppe pugliese hat folgenden Spruch ins Montefiore-Album in französischer Sprache geschrieben: Sei tugendhaft Israel, sonst wirst du, wenn deine Idee die Welt, durch ihren Glanz blenden wird — denn sie wird immer ohne dich, trotz dir, und selbst gegen dich einherschreiten — nichts als ein Kadaver sein. — Den Einwohnern von Pompeji war schon das alte Testament bekannt, wie aus einem daselbst aufgefundenen wenn auch karikierten Wandgemälde, das Urteil Salomo's darstellend, hervorgeht. — Der holländische Maler Israel Joseph erhielt den ersten Preis für seine Ausstellungen in Brüssel. — Am 28. Septbr. feierte Herr Dr. H. Hochheimer in Baltimore sein 2b jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner daselbst. Herr Rabbiner Di-. Hold hielt in der Synagoge die Festrede. — Am 5. Oktober fand in Philadelphia in „Dramatio Dali" unter Vorsitz des Herrn Emanuel Cohn eine Versammlung statt, um' Bestimmungen zu. treffen zum Wohle der jüdischen Einwanderer nach Amerika. Am 27. Oktober verstarb in Amerika Herr Morih Weber, welcher an der polnischen Revolution 1830/31 teilgenommen. Er richtete oft Aufrufe an die Juden Galiziens, den jüdisch-deutschen Jargon abzulegen und die polnische Landessprache einzuführen. — In Köln» in Rußland wurden sämtliche Ehedarim geschlossen, weil die Lehrer sich über ihre erlangte Befähigung für ihren Beruf nicht ausweisen konnten. — In Tschenstochowo in Polen wurde den Juden verboten mit christlichen Heiligenbildern Geschäfte zu treiben. — In Tauroggen hielt der Privatdozent an der Heidelberger Universität, Dr. Hermann Kpiro, im großen Letli-Damiärasob einen Vortrag über die Kolonisation Palästinas. — Der Gouverneur von Tsermkow hat ein Zirkular erlassen, wonach nur die von der Behörde angestellten Kronrabbiner oder deren Stellvertreter amtlich zu wirken berechtigt seien. Jede Zuwiderhandlung soll strenge bestraft werden. — In Mesmbcrg, Gouv. Esthland, kam es zu Ausschreitungen gegen die Juden, welche in der Synagoge versammelt waren und in Kischenem» wo jetzt die Mission ansetzt,' kam es am Vorabend des Neujahrsfestes zu Schlägereien in der Synagoge zwischen Juden und Juden. Die Ruhe konnte nur durch die Polizei hergestellt werden. Das Judentum kann daselbst durch solche Vorkommnisse in der Achtung andersgläubiger Mitbürger nicht steigen. Rußland ist das Land, in welchem noch viele Mißbräuche in Bezug auf die jüdische Religion herrschen, so z. B. daß an Jahrzeittagen die Leidtragenden Geld für Getränke spenden müssen, wobei gewöhnlich die Weihe des Tages Abbruch erleidet. In Moskau hat ein Brandweinfabrikant in seinem Preiscourant angezeigt, daß alle am Geschäfte Beteiligten und alle seine Arbeiter Christen seien. Echter Judenkrawall-Schnaps das! — In Odessa starb Herr A. Brodsky, ein Helfer der Armen ohne Unterschied der Konfession. An seinem Grabe sprach auch Gras' Nomoselsky. — Der Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden und ihrer Literatur unter den Studenten an der Universität in Aortal, welcher am 11. Februar 1884 gegründet wurde, berichtet über die erste Zeit seiner Wirksamkeit. An jedem Sabbath wurde ein Vortrag über ein Thema aus der jüdischen Geschichte gehalten. Auch an den Festtagen waren Versammlungen, in welchen die Bedeutung des Festes hervorgehoben wurde. Zeitschriften wurden aufgelegt und Bücher angeschafft. — In Omsk (Sibirien) sagte ein Eingeborener zu einem Juden: „Noch ein wenig und auch wir beginnen Euch zu töten und am Versöhnungstage werden wir Eure Häuser zerstören". Es sind auch in der That verstärkte Befehle gegen die Niederlassung der Juden in Sibirien ergangen. Juden werden ausgewiesen und den Besitzern von Haus und Feld hat man Jahresfrist erteilt. Aehnliche

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