Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Daniel übereinstimmt, abgefaßt sein. Man findet sogar in denselben rein hebr. Worte. Das weist auf alte Verbindungen zwischen Nabatäa und Israel hin. Herr Halevy will ferner erweisen, daß die Meisten der in Samaria durch die Assyrier Angesiedelten aus Arabien kamen und aramäisch sprachen, welches Idiom die Juden nach ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft annahmen. Weiter will Herr Halevy die Ansicht wahrscheinlich machen, daß die Stämme der Arabischen Wüste, welche die Bibel „Söhne Abrahams" (Jsmaeliten und Keturäer) nennt, aram. Dialekte und nicht das eigentliche Arabisch gesprochen haben. Kam doch Abraham selbst aus einer aramäischen Gegend des südlichen Babyloniens. Hebräisch haben die Nachkommen Abrahams erst nach der Eroberung Palästina's gesprochen, denn das Hebräische ist die Sprache der Kanaaniter, der alten Herren des Landes. — Am 23. Oktober wurde in Glasgow das Tonstück „Azariah“ von Rev. Hast in London in der Andrews-Halle unter anerkennendem Beifalle eines großen Publikums aufgeführt. — Herr David Lewis in Liverpool hat erscheinen lassen: »Düs Tonik Accents of the Hebrew Pentateuch with Pianoforte Accompaniment for the Use of Learners.“ Der Herausgeber schickt diese verdienstvolle Publikation auf Verlangen Jedem gratis. — Baron v. Worms hat zum zweiten Male im englischen Parlamente wegen der Juden in Rumänien interpelliert. Er nannte die Jndenfrage daselbst eine Europäische, weil Rumänien auf dem Berliner Kongresse sich verpflichtet habe, die Juden gleichzustellen. Der Unterstaatssekretär des Aeußeren Lord Frihmaurire erklärte, daß von der Rumänischen Regierung auf Anfragen, die an sie gerichtet wurden, weil noch zu kurze Zeit verstrichen ist, keine Antwort eingegangen sei. — Rumänien ist das Land, wo die Juden vom Pöbel und von hohen Herren verfolgt werden. Zlosetti, dem einst ein Jude niit Namen Uosenthal das Leben gerettet, mit Verlust seines eigenen Lebens, sprach an dessen Bahre vor 28 Jahren: Mit dem Blute Rosenthals wurde der Bund zwischen den Rumänen und Juden geweiht. Fluch der Hand, die sich rühren wird, um den Juden ein Leid zuzufügen, Fluch der Zunge, die sich regen wird, an der Ehre der Juden zu rütteln. Dieser Fluch sollte ihn jetzt selber treffen; denn Rosetti sprach vor Kurzem zu den Rumänischen Deputierten: „Was wollt Ihr mehr, was könnten wir den Juden Böses thun und haben es nicht gethan! Wollt Ihr sie alle in die Donau werfen? Gott mit Euch! Aber Ihr könnt doch nicht verlangen, daß wir selbst (die Minister) diese Arbeit verrichten." — Die korporative Ausstellung in Äasty hat, wie selbst die antisemitische Wochenschrift „Revista nona“ eingestehen muß, Fiasko gemacht; indem sie von den Rumänen nur sehr schwach, von den Juden aber gar nicht besucht wurde. Bekanntlich wurden bei derselben jüdische Handwerke nicht zugelassen. — Herr Israel Hart wurde zum Major von Leicester erwählt. — In London wurde eine Synagoge vollendet, die von jüdischen Arbeitern, zumeist russischen Flüchtlingen, gebaut wurde. — Zur Bezahlung von Männern, welche die verschiedenen Synagogen Londons zu besuchen verpflichtet sind, sollen jährlich 13500 Mark erforderlich sein. — Die frommen Juden von Zürich werden im Israelit aufgefordert, auszutreten aus der Gemeinde, die ein Harmonium einführt, oder die Entfernung dieses spezifisch kirchlichen Instrumentes herbeizuführen. Die Disharmonie, die der Israelit nach Zürich verschleppen will, ist aber weder kirchlich noch jüdisch! Wann werden den Juden die Augen über das Treiben ihrer Prophetenschänder endlich aufgehen? — Der Rabbiner in Neapel hat in einem Hirtenbriefe wegen der Cholera erlaubt, am Versöhnungstage ausnahmsweise einen leichten Imbiß, Thee oder Kaffee, zu nehmen. — Nach den statistischen Aufnahmen von 1881 leben in Italien