Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Vorgänge sind von Baium an der Küste des schwarzen Meeres zu verzeichnen. — In Je; starb der Oberrbbiner Abner. Daselbst wurden jüngst zwei französische Inden gemartert, weil sie sich weigerten, barfuß in der Straße herumzu- . gehen. Zwei andere Inden wurden aus der Stadt vertrieben. — Bevor der Sultan die Stadt Mequineh verlassen, wo er bisher residierte, gab er den Befehl, eine Zählung der jüdischen Bevölkerung vorzunehmen. Man befürchtet allgemein, daß diese Ordre nichts Gutes für die Inden bedeutet, besonders deshalb, weil diese beabsichtigte Zählung sich nicht auch auf den übrigen Teil der Bevölkerung erstreckt. — In Tchorlu sind Ausschreitungen gegen die Inden von Seiten der griechischen Bevölkerung vorgekommen. Eine Truppenabteilung, von Adrmnopel dahin entsandt,- stellte die Ruhe wieder her. — Der Sultan hat dem Grafen Abraham de Commondo den Osmanie-Orden mit Brillanten verliehen. — Unter dem Titel „Icharn jtjon" erscheint alle 14 Tage in Jerusalem eine hebräische Zeitschrift, herausgegeben von A. Goscinny. — Die Gejammtzahl der jetzt in Jerusalem wohnenden Inden wird von der „Warte des Tempels" auf mindestens 15000 Seelen geschätzt. Es giebt dort hauptsächlich drei Judengemeinden: Aschkenasim, Sephardim und Moghrabim. Die ersten sprechen einen jüdischdeutschen Dialekt und kommen aus Rußland, Polen, Oestereich, Ungarn, Deutschland und Holland; die Sephardim sprechen einen jüdischenspanischen Dialekt und stammen aus Spanien; die Moghrabim sprechen arabisch und stammen aus Gegenden des türkischen Reiches. Keferale. Moses Montefiore. Rede;n dessen hundertjähriger Geburtsfeier am 26. Oktober 1884, gehalten von vr. M. Levin, Prediger der jüdischen Ueformgemeinde in Berlin. Berlin Stuhr'sche Buchhandlung. Anknüpfend an das Bibelwort (1. B. M. 12, 1—3) behandelt der gewandte Redner das Leben des Philantropen, der das Judentum als Religion der That in seiner Person so schön zur Erscheinung bringt und in dem das Judentum seine unverwüstliche Lebenskraft feiert. Die hervorragenden biographischen Momente hat Herr Dr. Levin in schöner anregenden Diktion hervorgehoben und betont gleichzeitig mit Recht, daß die Liebe Montefiores zu Jerusalem nicht im nationalen Sinne aufzufassen sei, da er immer auf volles Eintreten in das Kulturleben im Oriente und in Rußland dringt und den Chassidim in Polen Vorwürfe ob ihrer absonderlichen Trachten und Gebräuche machte. Das Titelblatt wird durch die Bilder des greisen Philantropen und der edlen Lady Judith geschmückt. Die Philosophie der Geschichte des jüdischen Kolkes von James Darmstetter. Mit Autorisation des Verfassers aus dem Französischen übersetzt von I. Singer. Wien, Verlag von Carl K o n e g e n, 1884. 40 S. Das französische Original vorliegender Abhandlung ist in den „Essais Orienteaux“, Paris, 1883, bei A. Levy erschienen und verdiente dem deutschlesenden