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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-01-01 · Heft 1 (1.1.1885) · p. Seite 20

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 1 (1.1.1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 nach welchem fortan von den Jüngern der Preßburger Talmudschule die Absolvirung des Untergymnasiums verlangt wird, abschlägig zu bescheiden, mit dem Bemerken, daß Bildung den Juden notthue. — In Preßburg wurden am 27. Oktober die Beteiligten an dem Magyarbvler Judenkravalle zu Gefängnisstrafen von 1—3 Monaten verurteilt. — Am 30. Oktober fand zu Prag eine Sitzung der Kultusvorstände unter Vorsitz des Obmanns der Landesrepräsentanz der Judenschaft Böhmens statt, in der beschlossen wurde, eine aus drei- Mitgliedern bestehende Deputation nach Wien an den Kultusminister zu entsenden, die ihn eindringlich ersuchen soll, die Ordnung der böhmischen Kultusgemeinden endlich energisch in die Hand zu nehmen und ihnen die Rechte, die jeder Religionsgenossenschaft zu Teil werden, gleichfalls angedeihen zu lassen. Am 24. November wurde die Deputation vom Unterrichtsminister empfangen. Er versprach, eine Regierungsvorlage über die Rechtsverhältnisse der Böhmischen Kultusgemeinden nach Neujahr im Reichsrath einzubringen. — Das hebräische Gebetbuch hat in dem Magistratsbeamten Dr. A. Stein in Prag einen slavischen Uebersetzer gefunden. — Der Schriftsteller Herr David Ziapaport in Lemberg will eine Sammlung der Reden herausgeben, die der verewigte Oberrabbiner S. L. Rapaport daselbst in der Alt.-Neusynagoge gehalten hat. — Der bekannte jüdische Schriftsteller Leo Herzberg Klinket in Krody, Verfasser des Buches „Die polnischen Juden" wird das Leben der Juden in Galizien schildern in dem unter Ausspizien des österreichischen Kronprinzen erscheinenden Werkes „Die österreichische Monarchie in Bild und Wort." — M f. Ziodlrinssohn in Wien (II. Glockengasse 30) läßt seine von 1876—81 in Königsberg erschienene Wochenschrift „Hakol" von Neuem erscheinen. Von Rodkinssohn, der jüngst sehr wertvolle Schriften über die Geschichte der Tefilin und über den Schulchan - Aruch veröffentlicht hat, ist Gediegenes zu erwarten. Möge seine „Stimme" weit und kräftig hinausklingen! — In Wien wurde jüngst auch eine Probenummer des früher in Preßburg erschienenen Blattes „Hajehudi“ von dem Hebraisten Jakob Mscher ausgegeben. — Aus dem Oktober- und Novemberhefte des „Magyar Zsidö Spmle" (Ungarisch-Jüdische Revue), herausgegeben von W. Bacher und I. Mnocst seien folgende Beiträge hervorgehoben: A. Hochmuth, Der Talmud I., II.; S. Maybanm, Die Stellung des Weibes im biblischen Altertum (Schluß); M. Schreier, Von den herrschenden Ideen der jüdischen Religion; S. Hohn, Ein liturgischer Sabbatharergesang zum Schlußfeste; I. Mnocst, Die jüdischen Professoren; D. Kaufmann, Zu Montefiore's 100. Geburtstage. Ferner: Aus dem heiligen Lande (eine Denkschrift, besonders über das Chalukawesen); L. Seltmann, Aus Deutschland; Vorträge in jüdisch-theologischen Lehranstalten: Budapest, Berlin (Hochschule), Paris. — Der Unterrichtsminister von Frankreich ließ sich beim litterarischen Kongresse in Brüssel durch das Akademiemitglied Julius Oppert vertreten. — In Nipa wird Ende Dezember eine Zeitungsausstellung eröffnet, wo alle Zeitschriften der Welt zu sehen sein werden. — Am 25. Oktober legte die Baronin Alphonse v. Rothschild den Grundstein zu einem Waiseyhause in Paris für englische Kinder zur Erinnerung an ihre Mutter Baronin Lionel v. Rothschild. Wie ferner berichtet wird, gedenkt ein in Paris lebendes durch Talent und Scharfsinn ausgezeichnetes Mitglied der Familie die Geschichte des Hauses Rothschild zu schreiben. — In Versailles wird auf Kosten der Frau Karl Heine eine Synagoge errichtet. — Herr Joseph Halevy hat der Akademie der Inschriften zu Paris über die in Arabien entdeckten nabatäischen Grab-Inschriften einen Bericht erstattet. Dieselben sollen in einem Dialekte, der mit den aramäischen Stellen der Bücher Esra und

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