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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-01-01 · Heft 1 (1.1.1885) · p. Seite 15

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 1 (1.1.1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 von Nah und Fern ein. Die Feier schloß mit einem solennen Festessen. — Am 20. November begieng Herr Oberkantor Moritz Deutsch in Kreslau sein vierzigjähriges Dienstjubiläum. Deutsch hat sich um die Verbesserung des jüdischen Gottesdienstes große Verdienste erworben. Auch hat derselbe viele Jahre hindurch den Gesangunterricht am jüdisch theologischen Seminar in Breslau geleitet. — Am 7. November begieng Hofrath vr. Avs-Lallemant in Berlin sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Er hat sich um die wissenschaftliche Behandlung des jüdisch - deutschen Dialektes verdient gemacht. — In Berlin starb am 10. November vr. Otto Burg, Mitglied des Vorstandes der dortigen Synagogen - Gemeinde. — In Frankfurt a. M. versterben Rabb. Dr. Samuel Auerbach, früher Rabbiner in Nordhausen und Homburg v. d. H., und Rabbiner Tewli Cphrat, aus Witebsk stammend, am 5. November. Ephrat war ein hervorragender Talmudist, redigirte ein talmudisches Magazin, das nicht ganz zwei Jahrgänge erreicht hat, und ist der Verfasser der Mographieen berühmter Rabbinen (Toldoth Ansche-Schem, Warschau 1875.) — In Hamburg starb im 78. Lebensjahre am 10. Oklober Frau Johanna Goldschmidt, die Begründerin des Fröbelvereins und Fröbelhauses daselbst. Sie stammte aus Bremenlohe (Hannover). Ihre religiöse Erziehung verdankte sie dem sel. Hamburger Prediger Eduard Kley. Im Jahre 1847 erschien von ihr „Amalia und Rebekka, Briefwechsel einer christlichen Adeligen und einer Israelitin über Zeit- und Lebensfragen," 1864 gab sie „Blicke in die Familie heraus." Im Jahre 1877 feierte sie ihre goldene Hochzeit. — Am 5. Januar 1885, dem Todestage Eduard Lasters, wird von Freunden und Angehörigen des Heimgegangenen die Grabsteinsetzung in stiller Feier begangen werden. — In Grätz wurde Herr vr. Friedmann, früher in Trietsch in Mähren, in sein Amt als Rabbiner eingeführt und in Liegnih wurde der Rabbiner zum einjährig freiwilligen Militärdienst eingezogen. — Die Namen der sechs jüdischen Abgeordneten im deutschen Reichstage sind Ludwig Löwe, Ludwig Bamberger, Paul Singer, Adolf Sabor, Paul Kayfer und Harm. — Am 6. November begieng die jüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin die Feier ihres fünf und zwanzig jährigen Bestehens. — Am 23. August feierten die vier Brüder Kran;, Karl, Heinrich, Ma« (Dams), Schüler der jüdischen Gemeindeschule in Berlin gleichzeitig ihren zehnjährigen Geburtstag und wurden sowohl von Lehrern wie von Schülern herzlich beglückwünscht. — In Berlin wurde am 15, Oktober eine dritte Loge des L'nai-Lritiioräsus, die den Namen „Montefiore" trägt, eröffnet. — In Gleiwitz wurde am 16. Oktober eine Humanitäts- Loge constituirt und in Ingolstadt wurde ein Synagogen-Verein gegründet. — In Dinslaken soll ein jüdisches Waisenhaus gegründet werden. — In Kattowih tagte ein Kongreß der Zionsfreunde aus verschiedenen Ländern in Angelegenheit der Auswanderung der Juden nach Palästina unter Vorsitz des Herrn vr. Pinsner. Es sollen zu dem Zwecke der Kolonisation des heiligen Landes bereits 200,000 Mark zur Verfügung stehen. Auch wird von jetzt ab ein Verbands-Organ der verschiedenen Vereine, die denselben Zweck verfolgen, in mehreren Sprachen zugleich geschrieben, erscheinen, in Folge dessen der „Kolonist" eingeht. Bei Gelegenheit dieser Versammlung soll sich die Kattowitzer Gemeinde sehr ungastlich benommen haben, worüber noch eine Brochüre „Offener Brief über die Kattowitzer Gemeindeverhältnisse" in Aussicht steht. Man kann der Gesellschaft nur durch eine Zeichnung von 10,000 Mark, welcher Betrag die ersten drei Jahre zinslos bleibt, beitreten. Daß dabei auch eine Actien-Gesellschaft erwähnt wird, die ein Herr Mistotzki in Moskau gegründet, drückt der ganzen Sache einen geschäftlichen Charakter auf. Wir werden unsere Leser über diese den meisten deutschen Juden höchst

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