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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-12-01 · Heft 12 (1.12.1884) · p. Seite 281

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 12 (1.12.1884)
Date
1884-12-01
Page
Seite 281 (sequence 15)
Language
German
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281 knüpfend an 5. Buch Mose 33, 26 ff.) hingewiesen und auf den Segen, den es gestiftet für den wahren Gottesglauben, für die reine Menschenliebe und die echte Lebensweisheit. — Von hervorragendem wissenschaftlichem Werte ist das von Dr. Joseph Perles, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu München, jüngsthin herausgegebene Werk: Beiträge zur Geschichte der hebräischen und aramäischen Studien (München bei Theodor Ackermann), in welchem mehreren alten hebräisch-deutschen Glossaren und lexikalischen Schriften des Mittelalters eine ebenso eingehende, als gründliche Untersuchung zu Teil wird. Der Verfasser weist nach, daß die Regensburger Handschrift des viermal in Druck erschienenen kleinen Aruch von Sebastian Münster und Buxtorf vielfach benutzt wurde. Die Mitteilungen aus derselben, die der Verfasser mit trefflichen Bemerkungen und literarischen Nachweisen begleitet, sind äußerst interessant und sei hier besonders auf das Kapitel: Sittengeschichtliches (S. 56 -69 hingewiesen. In der Münchener Hofbibliothek befindet sich auch eine handschriftliche deutsche Bearbeitung des hebräisch-italienisch-arabischen Glossars: „Der Leselehrer für Kinder", über welche wir durch den Verfasser Näheres erfahren. Mit Dank acceptieren wir den Nachweis, daß das in Jahrb. für jüdische Geschichte und Literatur von Dr. N. Brüll veröffentlichte alphabetische Verzeichnis deutscher Wörter sammt hebräischer Uebersetzung Levitas Nomenclator zur Quelle hat. Als ein wahres Muster gründlicher Literaturforschung darf man die Untersuchungen bezeichnen, welche der Verfasser mit den S. 164—232 zuni ersten Mal veröffentlichten Briefen Levitas und Widmanstadt's n. a. verbindet. — Am 13. September begieng Herr Oberrabbiner Dr. Hochmuth in Äes;pri» sein 25jähriges Amtsjubiläum und am letzten Laubhüttenfeste sind es 40 Jahre geworden, seitdem unser geschätzter Mitarbeiter Herr Prof. Dr. Kämpf in Prag als Prediger der dortigen Tempelgemeinde wirkt. — Die Wiener Gemeinde ehrte am 5. Oktober Herrn Kantor Bischer, der seit 40 Jahren würdig seinen Dienst versieht. — Zu kaiserlichen Räten wurden die beiden Schriftsteller Adolf Bpiro und Dr. Emil Dub in Men ernannt. — Prof. Aug. Rohling soll um Urlaub bei der Regierung nachgesucht haben. Seine wertlosen Schriften gegen den Talmud werden ihn wohl sehr angestrengt haben. — Am 26. September starb zu Wien Regierungsrat Herrmann Ritter von Insel, geboren 1817 in Iwittau in Mähren. Er wurde im Jahre 1861 — der erste Jude — Professor an der medicinischen Facultät der Wiener Universität. — Am 6. Oktober starb in Wien der Buchhändler Moritz Kitter v. Gerold, auch als Verleger von Schriften aus der jüdischen Literatur bekannt. — Wie verschiedene Blätter berichten, starb in Kassala anfangs August Herr Bernhard Mohn aus Oesterreich stammend, einer der ältesten und berühmtesten Händler mit wilden Tieren, der solche zuerst aus Nubien nach Europa transportierte. — In Noslau bei Wien gedenkt der dortige israel. Tempelverein ein Gotteshaus zu erbauen. An den hohen Festtagen fungierte daselbst Herr Dr. K. Rascher, früher Prediger in Berlin. — Am 18. September wurde das neue Bethaus des Talmud-Thora-Vereins in Wien seiner Bestimmung übergeben. — In Hchebetau in Mähren fand ain 24. August die Einweihung eines Kinderasyls, gegründet durch die Frau Baronin v. Kd'nigswarter aus Wien, statt. Adelige, Geistliche und Lehrer aus der ganzen Gegend nahmen an der Feier Teil. Herr Baron v. Kd'nigswarter betonte in seiner Ansprache, daß die Kinder, die in dem neuen Asyl erzogen werden, die Ueberzeugung bekommen sollen, daß die Menschen alle Geschöpfe eines und desselben Gottes sind und daß es eine Sünde sei, einen Menschen wegen seines religiösen Bekenntnisses zu hassen und zu verfolgen. —

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