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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-12-01 · Heft 12 (1.12.1884) · p. Seite 275

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 12 (1.12.1884)
Date
1884-12-01
Page
Seite 275 (sequence 9)
Language
German
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275 Aber auch wie Gott gegeben Seinem Volke Kraft und Mut, Daß es willig gab sein Leben Für ererbtes Vätergut, Das so oft man wollt' ihm rauben, Wie es mutig litt und rang Für den alten Gottes glauben, Dies auch kündet froh der Sang. Und er preist den Hasmonäer, Judas Führer bis zum Tod, Und er preist den Maccabäer, Judas Retter in der Not, Preist ihn, der sein Volk befreite Vom verhaßten Syrerzwang, Und den Tempel wieder weihte Mit Gesang und Harfenklang. Und mit siegesfreud'gem Schalle Tönt es aus, das alte Lied Kündend wie aus tiefem Falle, Juda neu emporgeblüht, Sich die Flamme neu entzündet An des Oeles winz'gem Rest, Und für alle Zeit gegründet Ward das Tempelweihefest. O, du schönes Fest! In rauhen Tagen Hältst du bei uns Rast, Mitten in des Winters Grauen Ein willkomm'ner, lieber Gast; Trittst in Hütten und Paläste So bescheiden und so schlicht, Und doch bringst du uns das Beste, Bringst das Herrlichste — das Licht. Lichtfest! Finstre Mächte scheuche In das Grau'n der Nacht zurück, Daß der Wahn, die Lüge weiche Vor der Wahrheit Sonnenblick, Sei's außen trüb und feindlich, Sei verhüllt des Tages Schein, Mag's nur immer hell und freundlich, Licht in Judas Häusern sein. Kirchenväter und christliche Gekehrte über Halmudisten und den Talmud. Bon A. .Ld'wit. Jesus der Sohn Sirachs über den ersten Talmudisten. Die älteste und erste Autorität der Mischna und des Talmud, der älteste und erste Gesetzeslehrer des nachbiblischen Judentums war der Hohepriester Simon, dem das Volk den Ehrennamen des „Gerechten" beilegte. Um seine Persönlichkeit hat die Sage die blütenreichsten Ruhmeskränze gewunden; sein Name gehört zu den bedeutendsten des Judentumes und sein Gedenken segneten die späteren Geschlechter. Von ihm hat sich aber der Satz erhalten: „Drei Grundsäulen der sittlichen Weltordnung sind: die Wissenschaft (Lehre) die Religion (Gottesdienst) und Humanität (werkthätige Menschenliebe)" *). Er war der *) Aboth I. 2. Dr. Strack, Professor der evang. Theologie in Berlin, in seinem gediegenen Kommentar zu den „Sprüchen der Väter" 1882 pag. 8 zieht hier auch die Talmudftelle Sucea 49 b heran: „Humanität ist dreifach mehr als Almosen: Letztere bethätigt man bloß

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