Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1884)
- Date
- 1884-11-01
- Page
- Seite 265 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2969669-2969712-2969724--1204-2971654- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
265 des Herrn Dr. Ad» Jellinek „Bibliographie Hebräischer Trauer- und Gedächtnisreden, Erste Abteilung" zugegangen. Es ist dies die zehnte größere bibliographische Abhandlung des ausgezeichneten Gelehrten. In drei gesonderten Rubriken werden der Name des Betrauerten und die Zeit seines Sterbens» Namen des Leichenredners und Zeit» in der die Rede gehalten wurde, und der Name des Werkes» in welchem sich die Trauerrede vorfindet, angeführt. Wenn Herr Dr Jellinek auch in dem angekündigten zweiten Teile deutsche Leichenreden verzeichnen sollte» womit er bereits im vorliegenden Hefte einen kleinen Anfang gemacht hat, so würde man manches Interessante erfahren» so z. B. daß der Rabbiner einer sog. frommen Gemeinde, der den Schulchan-Aruch als die Grundlage derselben in den Statuten bezeichnet — tote jüngst auch die „Vereinigte orthodoxe Gesellschaft" in New-Dork — im Kislew und im Nisan, an Tagen, wo »lan nach deni Schulchan- Aruch sich in Schweigen zu hüllen hat, Grabreden gehalten. Wir schließen unsere diesmalige Chronik mit der erfreulichen Mitteilung, daß Herr Professor Stern in Göttingen der Bibliothek des Mendelssohn-Vereins wertvolle Bücher als Geschenk zugehen ließ. Es jet ihm hier öffentlich Dank ausgesprochen. Möge seine Teilnahme für unseren Verein auch andere zu ähnlichen Thaten anregen. Weferat. Grammatik des Biblisch - Aramäischen mit einer kritischen Erörterung der aramäische» Wörter im Denen Testament von E. Kautzsch, ord. Professor der Theologie in Tübingen. Der auf orientalischem Sprachgebiete sehr bewährte Verfasser hat im genannten Werke eine Arbeit veröffentlicht, die nach Inhalt und Form volle Anerkennung verdient. Ja, er hat mehr geleistet, als er versprochen; während des Buches Titel nur auf das biblische Aramäisch hinweist, verbreitet sich der Vers, in seinen Erörterungen auch über die anderen aramäischen Idiome und läßt selbst die übrigen semitischen Sprachen nicht unberührt. Der Vers spricht es anerkennend aus, daß die in textkritischer Hinsicht höchst verdienstliche Ausgabe der „Libri Danielis Ezrae et Nehemiae“ von S. Bär (cum praefatione Franc. Delitzsch et glossis Babylonicis Friedr. Delitzsch, Lips. 1882), wodurch eine Grundlage für di? grammatische Bearbeitung des Biblisch-Aramäischen geschaffen worden, ihn zur endlichen Ausführung seines lange gehegten Planes ermutigte. Nicht minder spendet der Vers, seinein „verehrten Freund und Kollegen Prof. A. So ein" wärmsten Dank für mannigfache Beihilfe durch Rat und That. Der geringe Umfang der biblisch-aramäischen Texte machte es dem Vers, möglich, eine erschöpfende Vorführung des grammatischen Materials zu erzielen. Die Einleitung ist umfassend und gründlich; selbst die Punkte, über welche noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, sind doch durch des Verfs. scharfsinnige und lichtvolle Erörterung dein Ziele bedeutend näher gebracht. Auf diese Punkte hier näher einzngehen, laßt schon der knapp zugemessene Raum nicht zu. Nur folgender Punkt möge hier noch besprochen werden. Oppert ist es gelungen, die Behauptung Friedr. Delitzsch's bezüglich der Existenz eines zweiten, nichtsemitischen Idioms auf dem Boden Babylonien's zu bekräftigen. Durch dieses Faktum ist die bisherige Auffassung mancher Stellen in Daniel, Esra und Nehemia erschüttert worden. Nun ist wohl dem Verf. beizustimmen, daß der Ausdruck meforasoh (Neh. 8, 8) nicht „verdolmetscht,"