Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1884)
- Date
- 1884-08-01
- Page
- Seite 188 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Gesetzes bloß eine nationalökonomische gewesen sein. Es war nichts Anderes, als die Normirung einer Maximalarbeitswoche von Gesetzeswegen. Es ist selbstverständlich, daß später der Tag in den Dienst der Religion gestellt worden ist. Auch in Sachen der Rumänischen Juden hat sich der Abgeordnete I>. Bloch veranlaßt gesehen, mit dem Ministerpräsidenten Graf Laase wegen Schaffung von Abhilfe Rücksprache zu Pflegen und seine Wünsche bezüglich derselben schriftlich in einem Gesuche niederzulegen. Und doch hat derselbe De. Bloch, der uns jüngst durch die. Einsendung einer von ihm veröffentlichten sehr wertvollen streng wissenschaftlichen Arbeit „Einblicke in die Geschichte der Entstehung der talmudischen Literatur" (Wien 1884, Verlag der Buchhandlung D. Löwy) erfreut hat, über die wir später in einem Referate ausführlicher berichten werden, viel mit Gegnern zu kämpfen, aus einem Kreise, wo man sie gar nicht erwarten sollte. Er bietet-dem Kultusminister seine Dienste als Professor der hebräischen Wissenschaften an der Wiener Universität an, und siehe da von jüdischer maßgebender Seite soll man an den Kultusminister, der diesbezüglich Ratschläge einholte, geschrieben haben, mau hätte an der Kreirung einer Professur für hebräische Wissenschaft kein Interesse und sei übrigens Herr Dr. Bloch im Judentume eine persona ingrata. Wie? muß man denn bei jedem Juden, bei Rüben, Simeon, Levi erst beliebt sein, um eine Lehrkanzel auszufüllen, oder ist nicht die Unbeliebtheit eines Mannes gerade oft der sicherste Beweis und Maßstab für ehrliches unbeirrtes Wirken im Dienste einer Idee? — Herr Levi King und dessen Freunde in Paris haben einen Aufruf erlassen, um eine Akademie für eine Universalsprache zu gründen. Die Akademie Illonoglottr mit dem Ziele der Herstellung und praktischen Einführung einer Universalsprache sucht die Elemente derselben in allen bestehenden Sprachen auf, die verschmolzen werden sollen und nimmt die erste bekannte alphabetische Sprache (Phönizisch, Hebräisch) zur Grundlage. — Herr Rabbiner Hermann Hurwil» in 3S}Um}ij=fomlio übersetzt mit Erlaubnis des österreichischen Kronprinzen dessen „Reise in's heilige Land." — Bonden „British Museum Publications“ erschien: Autotype Facsimile of the Codex Alexandrinus: Old Testament Vol. III. rsalrns to Ecclesiasticus. Das ganze Werk umfaßt vier Bände und ist jetzt, da der IV. Band schon früher ausgegeben wurde, beendet. — Aus Pelersburg berichtet man, daß der junge bereits rühmlich bekannte Bildhauer L. Bernstauun aus Italien zurückgekehrt sei, wohin er auf Kosten der Regierung zu seiner Vervollkommnung auf ein Jahr geschickt worden war. Die neuen Arbeiten, welche in der gegenwärtigen Ausstellung der kaiserl. Akademie der Künste ausgestellt sind, ziehen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. — In Paris, wo jüngst 20 jüdische Maler Auszeichnungen erhalten haben, bildet auch Beruri«, die Frau H. Meirs, das Sujet eines Gemäldes. — Italienische Blätter heben rühmend hervor, wie sehr sich die Juden durch ihre Ausstelluugeu in Turin hervorgethan haben. Die meisten jüdischen Aussteller haben Auszeichnungen erhalten. In derselben Stadt sind bei dem Gottesdienste in der neu errichteten Synagoge verschiedene Reformen eingeführt worden. — In Frankreich hat der Abgeordnete Uaquet endlich ein Gesetz über Ehescheidung, die bislang dort nicht gestattet war, durchgebracht. — Wie die „Uazefirah“ berichtet, hat ein Priester in Livorno an einem jüdischen Mädchen aus angesehener Familie zwangsweise die Taufe vornehmen wollen. Die Bemühungen der Eltern zur Rückerlangung ihres Kindes blieben erfolglos, sie wandten sich an den heiligen Vater nach Rom, und siehe da, auf Geheiß Leo XIII. mußte das Kind sofort ausgefolgt werden und der Priester wurde seines Amtes