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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-07-01 · Heft 7 (1.7.1884) · p. Seite 164

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 7 (1.7.1884)
Date
1884-07-01
Page
Seite 164 (sequence 18)
Language
German
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164 nächster Nähe des Mahdi ein Jude befinden, der den Islam angenominen hat und von größtem Einflüße auf ihn ist. — Das ehemalige italienische Parlamentsmitglied David Levi, der durch sein Drama II Proseta als einer der hervorragendsten Dichter Italiens gefeiert wird und den Kritiker mit Dante gerne vergleichen, hat in italienischer Sprache zu Turin eine Schrift.^über den Semitismus in der Zivilisation herausgegeben. Er faßt die jüdische Geschichte nach dem Aufhören des Staatslebens in die zwei Epochen: die Juden unter und seit der französischen Revolution; die mit den Völkern. — Auch der Redakteur der „Brunner Montagspost" H. Heinrich Penn hat unter dem Titel „Friede den Menschen auf Erden" in poetischer Form gegen die Antisemiten geschrieben. — In Berlin erscheint im Verlage von I. Hlinicke eine Wochenschrift „Zukunft", welche die Judenfrage dadurch lösen will, daß sie den Einfluß, welchen der Talmud und dieLdazu gehörige Litteratur im nachchristlichen Zeitalter auf das Judentum ausgeübt und noch ausübt, vernichten will. Die Männer der „Zukunft" verstehen vom Talmud soviel, wie Blinde von Farben, und haben mit ihren Bestrebungen nicht einmal eine Gegenwart. Solche Thesen, wenn sie überhaupt in dieser Einseitigkeit gefaßt eine Berechtigung hätten, muß man doch füglich anderen hierzu befähigteren Kreisen überlassen, die auch für den wohlthätigen Einfluß dieses bislang genug mishandelten Buches Verständuiß besitzen. — Unter Redaktion Bl. Ehrentheil's erscheint in Budapest in jüdisch-deutscher Sprache dreimal in der Woche ein Blatt unter dem Titel „Neue jüdische Pester Zeitung". — Von Tammerfors in Finnland will Herr Michalowski ein neues jüdisches Blatt entsenden, das nicht gedruckt, sondern geschrieben zum Versandt gelangen soll. — Die Engländer, die sich als Abkömmlinge der zehn Stämme an den Sultun gewandt wegen Wiederaufbau des jerusalemischen Tempels, »vollen in einem Meeting ihren Unwillen gegenüber der Türkei Ausdruck geben, weil ihre Eingabe mit Stillschweigen behandelt wird. — Don Pedro, Kaiser von Brasilien, will das heilige Land, um Forschungen über dasselbe anzustellen, bereisen. Nachdem nian sich mit dem Häuptling der Beduinenstämme, die den Berg Sinai umziehen, durch Geld geeinigt hat, soll auf diesem Gottesberge ein Postamt errichtet werden. — Gegen die Einwanderungen von Juden nach Palästina fängt man sich endlich an in maßgebenden Kreisen ganz entschieden auszusprechen. So Herr Marcus Adler, Sohn des Herrn Oberrabbiner vr. Adler in London, der jüngst in Palästina war und die Kolonieen besuchte, und die „Alliance Israelite", welche eine Warnung veröffentlicht, in der es heißt: Man kann die russischen und rumänischen Israeliten nicht genug vor den trügerischen Hoffnungen warnen, welche bei ihnen bezüglich der Kolonisation Palästinas genährt werden. Augenblicklich wäre ein jeder solcher Versuch im Voraus zu verurteilen und würden die neuen Gründer nur grausamen Enttäuschungen entgegengehen. Auch die in Jerusalem erscheinende Zeitschrift „Chaba;eleth" warnt vor Einwanderungen nach Palästina. Der Sultan hat übrigens einen Erlaß ausgegeben, wonach der Einwanderung ein Damm gesetzt ist. — In llumäiiien gestaltet sich die Lage der Inden allerdings sehr traurig. Durch eine neue Verordnung, wornach es Juden nicht mehr wie bisher gestattet ist, als Pächter Tabaktrafiken inne zu haben, verlieren die Juden nicht nur einen wichtigen Erwerbszweig, sondern durch die ausgesetzte Frist von 4 Wochen, während welcher sie ihre Geschäfte aufzugeben haben, auch einen großen Teil ihres Vermögens, da sie die Waare um jeden Preis losschlagen müssen. Bezeichnend für die rumänischen Zustände ist folgendes Dokument, das der Vergessenheit entrissen zu

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