Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1884)
- Date
- 1884-07-01
- Page
- Seite 163 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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163 Vereinsvermögen beträgt M. 116,707.04. Bei Weitem der größte Teil der Unterstützten bezieht weder vom Staate noch von der Gemeinde eine Pension. Mögen besonders jüngere israelitische Lehrer es nicht versäumen, diesem Verein beizutreten, der ihnen und ihren Familien in allen Fällen der Not schützend und helfend zur Seite zu stehen bereit ist. — Das 1876 gegründete „Mä-chenstist" in Krankfiirt a. M. versendet seinen siebenten Bericht. Frau Philipp Speyer hat das Hans, in welchem die Mädchen bislang untergebracht waren, nebst vollständigem Inventar dem Verein als Geschenk überwiesen. 6 Pfleglinge haben die Anstalt verlassen, welche zuletzt 23 zählte. Die Ausgaben betrugen M. 15054, die Einnahmen M. 13,183. Möge dieser Verein, welcher alleinstehenden der Häuslichkeit entbehrenden Mädchen den Segen eines geordneten und gesitteten Hauswesens und Gelegenheit zur Fortbildung gewährt, durch ihm zugewandte Unterstützung in der Lage sein, sich erweitern zu können. — Von Kohut's „Aruch Completum“ ist die 5. Lieferung des vierten Bandes erschienen. — Bei Otto Schuhe in Leipzig wird demnächst erscheinen: „Bibliotheca Samaritana", Heft I., Genesis mit Einleitung, Noten rc. Herausgegeben von Dr. M. Heidenhrim. — Von Julius Oppert wurde der Akademie der Inschriften in Paris ein Keilschrifttext vorgelegt, nach welchem schon vor 6000 Jahren in Chaldäa eine Dynastie bestanden haben soll. — Von dem als tüchtigen Kenner des Hebräischen bekannten katholischen Gelehrten Herrn Di-. Alois Müller, k. k. Universitätsbibliothekar in Graz, ist bei Oskar Krank in Wien eine Schrift erschienen unter dem Titel: „Brauchen die Juden Christenblut? Ein offenes Wort an denkende Christen." Wenn man bedenkt, daß jüngst wieder in Böhmen in Komotau der Pöbel von diesem alten Wahne ergriffen wurde, so wird man derartige von an Wissen und Charakter hervorragenden Männern, deren christliches Bekenntnis intakt ist, ausgehende Schriften immer noch als sehr zeitgemäß betrachten müssen, deren Verbreitung zur Pflicht wird. — Von Herrn Dr. Alfred Stern in Wien soll demnächst ein Werk über die jüdischen Katakomben in Rom erscheinen. — Johannes Ayferinck, Pfarrer der Mennonitengemeinde in PlMngen, durch feine in den Jahren 1877 und 1878 herausgegebene Uebersetzung zu den Psalmen und durch kritische Scholien zu denselben vorteilhaft bekannt, hat auch die „Sprüche" ins Holländische übersetzt, mit dem leitenden Gesichtspunkte, die Kraft des hebräischen Originals beizubehalten. In seinen kritischen Scholien zu den „Sprüchen" ersetzt er oft den traditionellen Text durch eine andere Lesart. — Bei Herrn Schloßberg in Wien ist erschienen „Buch der Psalmen mit persischer Uebersetzung von Benjamin Cohen Bnchari." Auf der einen Seite befindet sich der hebräische Text, auf der anderen die in die hebräische Schrift transscribierte persische Version. — Im Selbstverläge des Verfassers ist in Eisenach der erste empfehlenswerte Band Novellen „Aus dem jüdischen Leben" von A. Hause erschienen. — In Paris erschienen in der Karwoche im „G-il Blaa“ antisemitische Artikel. Um für den Antisemitismus in London Propaganda zu machen werden die daselbst von Stöcker gehaltenen Reden deutsch und englisch zu sehr billigem Preise verteilt und als Curiosum erwähnen wir aus der „Hazefirah“, daß in dem L’Antisemitique nachgewiesen wird, daß Fürst Bismark und Moltke von Semiten abstammen. In Deutschland könnte dadurch das französische Blatt, das übrigens eingegangen ist, bei den antisemitischen College» in den Verruf des Philosemitismus gelangen. — In Köslin ist ein Flugblatt staatsanwaltlich konfisziert worden, in welchem zum Abonnement auf antisemitische Blätter aufgefordert wurde. — Nach einer Mitteilung des „Moniteur Orient“ soll sich in 14