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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-07-01 · Heft 7 (1.7.1884) · p. Seite 152

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 7 (1.7.1884)
Date
1884-07-01
Page
Seite 152 (sequence 6)
Language
German
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152 dem Buche dieses Namens auch „Naszo“ folgen, eine Zeit der „Erhebung", eine Zeit, in der die heiligen „Gotteslichter in Israel wieder angezündet" werden, (Behaälotccho) eine Zeit, in der Israel wieder „Männer entsendet" (Schelach), die den Geist der Wahrheit zur Ehre bringen. Wenn aber in dieser Wüste immer und immer wieder „Korach" seine Blüten treibt und „C h u ck a t h," die hohle starre „Gesetzlichkeit" mit ihm ihren Bund schließt, da erhebt auch „Balak," der Feind, dem es vor Israel graut, seine Stimme. Bewaffnen wir uns mit dem rechten Eifer wie „Pinehas", lassen wir die „Stämme" Israels (Mattoth) immer „weiterschreiten" (Massd) im heiligen Werke und Gott wird uns beisteheu, uns führen und schützen, bis das Ziel erreicht, der Boden einer heilsamen Zukunft gefunden und gekommen ist die Zeit der wahren Freiheit und Gerechtigkeit. Hirüge WeMionen über den zweiten Kreuzzug von 1146. Ron M Mannheimer in Darmstadt. Grätz sagt in seiner Geschichte der Juden Band VI, Seite 182: „Im Ganzen hat der Fanatisnius des zweiten Kreuzzuges weniger Opfer verschlungen als der erste, teils weil die weltlichen und geistlichen Fürsten sich angelegen sein ließen, die Juden zu schützen, und teils weil die Teilnahme des deutschen Kaisers und des Königs von Frankreich kein kreuzzüglerisches Raubgesindel wie das von Wilhelm dem Zimmermann und Enicho von Leiningen zuließ." — So richtig auch der zweite Grund im Allgemeinen sein mag, wiewohl es auch da nicht au Banden kreuzzüglerischen Raubgesindels fehlte, die, dem Hauptheere nicht angehörend, in verschiedenen Gegenden Frankreichs und Deutschlands plötzlich hervortraten, unter den wehrlosen Juden ihrer Mord- und Raubsucht genügten und dann etwa als Nachtrab demselben folgten, so unrichtig ist jedoch der erste. Denn in Frankreich verlangten die Großen, die Barone, sogar im Gegenteil die Austreibung der Juden, welchem Verlangen jedoch der König Ludwig VII. nicht entsprach, und in Deutschland wurden zwar dieselben von, Kaiser Conrad, dem Hohenstaufen, in Schutz genommen, allein da seine Macht keine große, überwältigende war, so vermochte er sie nicht hinreichend und überall zu schützen. Sehen wir einmal hiervon ganz ab und erwägen wir, daß beim ersten Kreuzzuge Priester und Mönche allen denen einen 'Sündenerlaß verkündeten, welche Juden tödteten, ohne daß dieselben es nöthig gehabt hätten, Haus und Hof zu verlassen, nach dem Morgenlande zu ziehen und das Grab Christi von den Ungläubigen befreien zu helfen; daß, falls die Christen jenen Ablaßverkündern vollen Glauben geschenkt und es zu ihrer Ueberzeugung gemacht hätten, daß sie so leichten Kaufs von ihren Sünden befreit werden könnten, sicher in Frankreich und Deutschland kein Jude mehr am Leben geblieben sein würde; und daß aber zur Zeit des zweiten Kreuzzuges viele jüdische Gemeinden wieder sehr bevölkert und von ihren früheren Wunden fast gänzlich geheilt waren, so mußten Umstände eingetreten sein, welche das Vertrauen auf die Worte jener Ablaßverkündiger minderten, ja bei vielen ganz verscheuchten, sodaß sogar der Mönch Rudolph, welcher es verstanden, das Volk gegen die Juden aufzuwiegeln, bis der Abt Bernhard von Clairvaux dazwischentrat, nur vorgab, sie möchten den Tod Christi rächen, aber sich wohl hütete, jene Ablaßverkündigung zu wiederholen. Und diese Um-

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