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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-06-01 · Heft 6 (1.6.1884) · p. Seite 142

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 6 (1.6.1884)
Date
1884-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 viele neue in Sicht. Die nächste Generalversammlung findet in Mannheim in diesem Jahre statt. Auch der Naphtali-Epstein-Verein (Verein zur Unterstützung kranker Lehrer und Lehrerwitwen) hat seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 1883 ausgegeben. 9 Lehrerwitwen und 6 kranke bedürftige Lehrer wurden zusammen mit 1365 Mk. unterstützt. Vorsitzender des Vereins ist Herr I. Scherer in Frankfurt a. M. Interessant ist in diesem Berichte eine Notiz über das Leben und Wirken Naphtali Epsteins auf Grund eines Vortrages des Vereiusschriftführers H. Marx, die wir uns unseren Lesern mitzuteilen veranlaßt sehen: „Naphtali Epstein wurde am 11. August 1782 in Karlsruhe geboren, woselbst sein Vater B. M. Epstein Stiftsrabbiner war, der später von 1790 bis 1821 die Stelle eines Landrabbiners in Bruchsal inne hatte. Naphtali erhielt eine, sorgfältige Erziehung. Auf der Universität Heidelberg studierte er die Rechtswissenschaft, 1813 trat er, nachdem er auf Reisen reiche Erfahrungen gesammelt hatte, die Stelle eines Sekretärs bei dem im Jahre 1809 in Baden geschaffenen Großh. Oberrate der Israeliten an; im Jahre 1843 wurde er ordentliches Mitglied dieser Behörde. Als Referent in Religionssachen widmete er seine Kraft den religiösen, sittlichen und rechtlichen Interessen seiner Glaubensgenossen; er erstrebte ganz besonders die Ausbildung der Lehrer und Rabbiner und die Läuterung des Kultus und suchte dadurch der rechtlichen Gleichstellung der Israeliten den Weg zu bahnen. Auch seine Schrift: „Vorstellung an die hohe zweite Kammer der Ständeversammlung des Großherzogtums Baden, betreffend die bürgerlichen und politischen Rechte der Badner isr. Religion," welche 1832 erschien, trug viel zur Klärung der damaligen Verhältnisse bei und fand allgemein lobende Anerkennung. Seine Uneigennützigkeit, seine treue Hingebung und die gewissenhafte Wahrnehmung seiner Berufspflichten haben ihm die Anerkennung über den Tod, der am 14. Oktober 1852 erfolgte, verschafft. Um sein Andenken zu ehren und zu verewigen, haben die isr. Lehrer Badens einen Verein gegründet, der den Namen: Naphtali-Epstein-Verein trägt." Wir wünschen diesen beiden badischen Lehrervereinen Segen und Gedeihen. — Für das nächste Synagogenjahr 5645 ist bereits „Brandeis's illustrirter israelitischer Volkskalender" (Preis 60 Pf.) erschienen, der sehr empfehlenswert ist. Er enthält neben den üblichen kalendarischen und geschäftlichen Angaben eine Jahresrevue, eine Nacherzählung von S. Kohn, und andere Beiträge nebst Portraits von Sir Mose Montefiore und den 7 im Tisza Eszlaer Prozesse hervorragenden Organen der Rechtspflege. — „Eduard Laster. Eine ausführliche Biographie" samt der letzten öffentlichen Rede Lasters nebst „Drei Gedenkblättern" aus der Feder der Reichstagsabgeordneten Heinrich Rickert, Albert Hänel und Rudolf Gneist, sowie einem von dem Reichstagsabgeordneten Karl Baumbach trefflich geschriebenen Nekrologe ist im Verlage von Levy & Müller in Stuttgart soeben erschienen. Die elegant ausgestattete "Broschüre, mit dem vorzüglich gelungenen Holzschnitt-Porträt des Verblichenen geschmückt, liefert ein treues Bild von den« Leben und Wirken des hervorragenden Parlamentariers und wird als ein schätzbares Andenken einem Jeden willkommen sein) der die vielfachen Verdienste des dahingeschiedenen Patrioten um die Wohlfahrt der deutschen Nation zu würdigen weiß oder etwa erst zu erfahren wünscht. Das Merkchen ist für 50 Pfennig durch alle Buchhandlungen zu beziehen. In demselben Verlage ist auch erschienen „der Neustettiner Synagogenbrand-Prozeß vor den Geschworenen zu Cöslin und Könitz" (Preis 50 Pf.), derselbe enthält eine genaue Darstellung der Anklage, der Zeugenverhöre, der Verteidigung und des Urteils nach authentischen Nachrichten. — Die Beziehung des Talmuds zum Judentum und zu der sozialen Stellung seiner Bekenner von Samson Raphael Hirsch, Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft zu

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