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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-05-01 · Heft 5 (1.5.1884) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 5 (1.5.1884)
Date
1884-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 der vollen Strenge des Gesetzes zu strafen, beziehungsweise die Verfügung der kompetenten Behörde in jedem einzelnen Falle unverzüglich zu veranlassen. Die Komitats- (städtischen) Beamten und Organe sind unverzüglich anzuweisen, gegen solche Agitationen mit der größten Wachsamkeit und Energie vorzugehen und Alles, was sie in dieser Richtung wahrnehmen oder im eigenen Wirkungskreise verfügen, dem Munizipium ohne Verzug anzumelden. Von den: Munizipium aber erwarte ich, daß es von den in Folge meiner Zirkularverordnung getroffenen Verfügungen möglichst bald, — von seinen etwaigen Wahrnehmungen und den in Folge derselben getroffenen Maßnahmen von Fall zu Fall niir ausführlichen Bericht erstatten werde. Budapest, 24. Februar 1884. Tißa." — In Czegled kam es am 17. März zu Exzessen, hervorgerufen durch den bekannten Abgeordneten Verhovay. — Herr Isidor Singer erhielt anläßlich der Ueberreichung seiner Schrift „Sollen die Juden Christen werden" an den Herrn Erzherzog Johann in Linz in Oesterreich ein Dankschreiben am 7. März von demselben, aus dem wir unseren geschätzten Lesern folgende Stelle mitzuteilen uns veranlaßt sehen: „Das Verdienstliche dieser Schrift liegt eben so sehr in der mutigen Bekämpfung der bedauerlichen, unsere Zeit noch uinnachtenden Vorurteile, als wie auch in der noch mutigeren Ermahnung Ihrer Stammes- und Glaubensgenossen zur Arbeit an sich selbst. Ist nach beiden Richtungen hin ein Erfolg zu verzeichnen, so zweifle ich nicht, daß dann das Judentum allseitig anderen Gefühlen begegnen und willige Anerkennung seiner unbestrittenen großen Leistungen im Dienste der Menschenheit finden wird." In der am 10. Februar in Lemberg gehaltenen Cremieux-Feier wurde, wie uns mitgeteilt wird, auch von einem Redner betont, daß die sonst so opferwillige Hand der Juden erlahmt, wenn an die Förderung der jüdischen Wissenschaft und an die Hebung jüdischer Geistesschätze geschritten werden soll. Während man alles unterstützt, können jüdische Literaten nicht einmal die Druckkosten bestreiten und nagen am Hungertuche. — In Prag konstituierte sich unter Vorsitz des Herrn Dr. Saloinon Zalud eine czechisch-jüdische Gemeinde mit Namen „Or Tamid" (beständiges Licht). Ein Tempel soll gebaut werden, in welchem Gebete und Thoravorlesungen in czechischer Sprache vorgetragen werden sollen. — In Rom sollen die letzten Zeichen vergangener Sünden beseitigt und auf Befehl der Regierung die Ghettomänner niedergelegt werden. — Am 15. Februar wurde in Turin eine Synagoge durch den Großrabbiner Ritter v. Ghiron eingeweiht und in Oxford wurde von Herrn Rabbiner Dr. Herm. Adler ein neues Bethaus seiner Bestimmung übergeben. — In Frankenthal fand am 13. Februar die feierliche Grundsteinleguug der neuen Synagoge statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Feßler aus Mannheim die Festrede hielt. Es sprachen noch Freiherr Löffelholz v. Colberg und Bürgermeister Pohly, welch' letzterer bei seinem Hammerschlage die Eintracht und den Frieden unter den verschiedenen Konfessionen betonte. — In Amsterdam, der jüdischen Gemeinde, die aus spanischen Flüchtlingen erstanden, haben auch jetzt die russischen Flüchtlinge sich zu einer Gemeinde vereinigt. Sonst berichtet man uns aus Holland von einem Erlasse des Oberrabbiners Herrn Bernsteins aus Haag an die jüdischen Metzger, die Kaschrus - Verhältnisse daselbst betreffend, aus den: wir nur Nr. 2 hervorheben, „daß sie allen religiösen Vorschriften nachleben werden, deren Befolgung verlangt wird, um Vertrauen im Bezug auf das Porsche« zu verdienen." Das holländische Judentum giebt zumeist durch solche Fleischdemonstrationen Kunde vom Mangel jeder Teilnahme an den wichtigen geistigen Bestrebungen

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