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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-04-01 · Heft 4 (1.4.1884) · p. Seite 93

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 4 (1.4.1884)
Date
1884-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
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Pfahl tm Fleische des Judentums bleiben. Nachdem hierauf Schluß der Debatte angenommen wurde, erhielt noch Dr. Bloch das Wort, der Folgendes sprach: M. H! Sie haben beobachtet, welche Aufregung es, Gott sei Dank, sage ich, bei den christlichen Mitgliedern dieses hohen Hauses hervorgerufen hat, als der Herr Abg. Ritter v. Schönerer jene Bemerkung gemacht hat, die ich nicht wiederholen will. Wohlan, meine Herren, der Professor Rohling in Prag sagt das nicht Männern im Reichsrate, sondern er schlendert uns diesen Zuruf: wir sollen die Esther herbeischaffen, angesichts des gesammtcn Volkes zu. Er trägt das in die Bevölkerung, als ob wir Polizeibeamte wären, nm der Polizei jedes verloren gegangene Menschenkind herbeizuschaffen, als ob es unser Beruf in Oesterreich wäre, die Sicherheit des Lebens zu schützen. Tausende und Tausende verschwinden in Oesterreich spurlos. Da soll man sagen, wir Juden sind dafür verantwortlich. M. H! Sie nehmen Anstoß an dem Worte „Taufende/' und wenn es blos zehn sind, sollen wir Inden sie bringen? Was das betrifft, was der Herr Vorredner von bent Herrn Dr. Dühring gesagt hat, so möchte ich die geistlichen Mitglieder dieses hohen Hauses bitten, nicht mit ihm übereinzustimmen. Denn wissen Sie, welches Programm der Dr. Dühring, auf den sich der Herr Vorredner berufen hat, realisieren will, welche Agitation derselbe in dieser sogenannten Antisemitenfrage einleitet? Sein Programm ist die Ersetzung des Christentums durch eine hehre vollkommene Religion zu dem Zwecke, um die Juden aus der Gesellschaft los zu werden. Wohlan, meine Herren! Derjenige, der ein wahrer Christ ist, der an das Evangelium glaubt, welches durch Semiten, durch Juden, Christen, zu den nördlichen und nordwestlichen Völkern getragen worden, darf nicht mit einstimmen in den Ausruf des Herrn Vorredners, der geradeso gegen das Christentum als Religion, wie gegen das Judentum gerichtet ist. Meine Herren! Ich glaube, daß die christlichen Mitglieder, wenigstens diejenigen, denen das Christentum warm am Herzen liegt, an meiner Seite hätten stehen müssen. Die wahre Kirche sollte jetzt Frieden halten mit dein alten Bundesvolke, sie hat sich nie dazu hergegeben, solche Phrasen und solche Reden, lute z. B. von Di. Dühring, der hier angerufen worden, zu unterstützen. Ich glaube, daß ich nicht Unrecht gethan habe, wenn ich die Aufmerksamkeit des hohen Hanfes auf einen Beamten gelenkt habe, der fortwährend uns diese Schmach entgegenhält und der überall an die Gerichte sich herandrängt, um auf Grund seiner Gelehrsamkeit, um auf Grund seiner Aussagen gerichtliche Erkenntnisse wider angeklagte Juden zu erwirken, der für österreichische Juden zu einer Kalamität, zu einer steten Gefahr geworden ist. Richter und Staatsanwalt, meine Herren — das haben wir hier gesehen — sind ihm geradeso wehrlos preisgegeben als jene schlichten Leute, an welche er im Namen der christlichen uüd menschlichen Barmherzigkeit appelliert, ihre jungen Kinder vor dem lauernden Blutdurste der Inden zu schützen. Ich schließe. Meine Herren! Lassen sie die Zurufe des Hasses ohne Widerhall in ihren Herzen vorübergehen. Ich bitte Sie um die Zustimmung zu dem Anträge des Ausschusses, von dem ich hoffe, daß er den schlimmen, perfiden Aufreizungen zur Gewaltthätigkeit ein Ziel setzen wird. Nachdem noch der Berichterstatter, Di'. Jansa, das Schlußwort erhielt, wurde der Antrag auf Auslieferung des Herrn D>-. Bloch angenommen. — Im Mendelssohn-Verein hielt Herr Dr. N. Brüll am 28. Febr. einen Vortrag über Sabbatai Zebi und seinen Anhang und am 13. März Herr Dr. Hochstüdter über biblisches und talmndisches Frauenlob.— lieber die erste Begegnung zwischen Judäa und Rom hielt am 12. Januar Herr Rabbiner Dr. Kahn in Laupheim einen Vortrag, und über den Propheten Elia sprach Herr Dr. Jonas in Haniburg. — Am 16. Januar sprach Herr Dr. L.

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